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[w+] Am Tag der deutschen Einheit bestand in dieser Saison die erste Möglichkeit, Amateure und Profis an einem Tag sehen zu können. Damals sprangen aus beiden Spielen gute vier Punkte in zwei eher mittelmäßigen Spielen raus. Letzten Samstag hatten wir erneut die Chance, beide Teams an einem Tag zu sehen. Um 14:00 Uhr spielten die Amateure im Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück und abends um 18:30 Uhr war Anpfiff im Westfalenstadion zum Spiel gegen den FSV Mainz 05. Am Ende stand dann ein mickriges Pünktchen aus zwei eher bescheidenen Spielen auf dem Konto. Das hatten sich im Vorfeld sicherlich nicht wenige etwas anders ausgerechnet.

Nach dem Pokalspiel der Profis stellte ich die Wette in den Raum, dass die Amateure bestimmt recht locker im Ligaspiel gegen den VfL Osnabrück gewinnen würden. Es war auch recht locker, aber leider nicht für den BVB. Der VfL ließ unserer Zweiten eigentlich kaum eine Chance, wobei kein allzu großer Energieaufwand vonnöten war. Ich muss leider sagen, dass ich selten harmlosere Mannschaften als unsere Zweite gesehen habe. Da nimmt niemand mal das Heft in die Hand, es wird immer nur der eigene Stiefel runter gespielt und wie so etwas enden kann, dürfte wohl jeder wissen. Mit 4:1 fertigte uns der Gastgeber letztendlich ab. Auch wenn ich es mir wünschen würde, habe ich nur wenig Hoffnung, dass nach dem letzten Spieltag der Nichtabstieg gefeiert werden kann. Dafür waren einfach die bisher gesehenen Spiele und damit verbundenen Leistungen zu schwach, um sich langfristig von der Abstiegszone entfernen zu können.

Stimmungsmäßig war es auf beiden Seite ok, nicht mehr und auch nicht weniger. Die oft so hoch gelobte Bremer Brücke konnte in den beiden Spielen gegen uns nicht ansatzweise überzeugen. Nur in der Mitte der Heimtribüne rafften sich jeweils 150 bis 200 Leute auf, um durchgängig ihre Elf zu unterstützen. Der Rest stieg nur dann und wann mit ein. Und da das fast überall so ist, waren beide Auftritte nur biederer Durchschnitt. Aber die Bremer Brücke ist ja nicht das einzige Stadion Deutschlands, welches seinem Ruf nur in den seltensten Fällen gerecht wird. Mir fallen da spontan der Aachener Tivoli, der Bieberer Berg in Offenbach, die alte Försterei in Berlin-Köpenick, das Eintracht-Stadion in Braunschweig, das Dreisamstadion in Freiburg und leider auch oft das Westfalenstadion in Dortmund ein, die laut diverser Liveübertragungen und Spielzusammenfassungen immer ein Tollhaus sondergleichen sind, aber in der Wirklichkeit eher durchschnittlich sind. Aber das ist ein Thema, welches man gesondert behandeln könnte, wenn man es denn wollte.

Mit dem Abpfiff verließen wir recht zügig das Stadion, um unseren Zug zu erwischen, was letztendlich auch reibungslos klappte. Uns blieb noch ausreichend Zeit, um uns mit etwas Proviant zu versorgen. Nach den ersten 90 Minuten des Tages waren die Kehlen trocken und die Mägen hungrig. Mit dem IC ging es dann in die Heimat.

Mein persönliches Osnabrückfazit: Drei Bierduschen, null Punkte. Wäre mir andersherum auch lieber gewesen…

Nach Ankunft auf der Baustelle, die sich Dortmunder Hauptbahnhof schimpft, ging es recht flott runter zur U-Bahn, wo uns auch gleich die erstmögliche zum Westfalenstadion kutschierte. Dort ebneten wir uns den Weg zum Eingang, um nach kurzem Sammeln zusammen auf die Süd zu gehen, wo es trotz für uns abgesperrtem Bereich schon sehr eng war. Kurz darauf fiel dann auch schon Vorhang für den Hauptakt des Tages.

Vor 74.000 Zuschauern im schönsten Theater der Republik schafften es die 22 Akteure auf der grünen Bühne aber nur äußerst selten, das Publikum zu begeistern. Nach der neunzigminütigen Vorstellung konnten sich lediglich die mitgereisten Mainzer über die torlose Punkteteilung freuen. Wir allerdings hätten mit einem Heimsieg wieder Anschluss an die vorderen Plätze gefunden, bleiben so aber aktuell etwas auf der Stelle stehen. Als positives Fazit bleibt festzuhalten, dass wir auch weiterhin seit dem Derby ungeschlagen sind und seitdem auch nur zwei Gegentore kassiert haben. Negativ fällt auf, dass der Spielaufbau viel zu durchsichtig ist und Überraschungsmomente fehlen. Hier macht es sich schmerzlich bemerkbar, dass mit Tamas Hajnal der Kreativkopf der Mannschaft fehlt.

Es bleiben jetzt noch vier Spieltage, um sich zur Winterpause auf einem aussichtsreichen Tabellenplatz zu positionieren, um in der Rückrunde aufs Neue angreifen zu können. Die beiden Heimspiele gegen Nürnberg und Freiburg sollten dafür schon fast zwingend gewonnen werden. Und auswärts in Hoffenheim und Wolfsburg? Das werden die beiden Überraschungstüten der letzten vier Spiele. Vielleicht gelingen ja zwei Coups wie in Leverkusen und Bremen, wobei Wolfsburg zurzeit auch schlagbar ist. Warten wir es ab, ich bin gespannt!

Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, wo der Text hier fast zu Ende ist, warum kein einziges Wort über Robert Enke und die Kontellation Dortmund-Klopp-Mainz gefallen ist. Ganz einfach, ich habe habe keinen Bock, auf diesen Medienhype aufzuspringen. Feddichaus!

Alle Jahre wieder

[w+] Gestern war Jahreshauptversammlung des BV Borussia 09 e.V. Dortmund in der Westfalenhalle. Diese wird jährlich immer zum Jahresende abgehalten, so halt auch dieses Jahr. Allerdings war es dieses Jahr nicht die so spannend wie noch ein Jahr zuvor, als im Vorfeld nicht sicher war, dass das Votum zur so genannten „50+1 Regelung“ so deutlich gegen den Einstieg von Fremdinvestoren ausfallen würde.

Dieses Jahr plätscherte alles anfangs, als die Abteilungsleiter die Jahresberichte  vortrugen, ein wenig vor sich hin. Wie immer konnte man anfangs meinen, der BVB hätte die beste Jugendfußballabteilung der Welt, die alles und jeden besiegt, aber allen voran immer die Blauen. Ich denke aber, dass das bei jedem anderen Bundesligaverein ähnlich gestaltet wird. Anschließend durften sich die Vorstände der Tischtennis- und Handballabteilung der Öffentlichkeit präsentieren. Jahr für Jahr wird der Eindruck bestätigt, dass diese beiden Abteilungen neben dem großen Fußball untergehen, was man leider auch nachvollziehen kann, denn auch ich bringe nicht viel Interesse an diesen beiden Sportarten mit.

Als dann Götz Vollmann über die letztjährigen Tätigkeiten berichtete, passierte dann das, was ich als äußerst unhöflich empfand. Auch wenn ich Götz Vollmanns Vortrag etwas geschwafelt fand, finde ich es sehr, sehr unhöflich ihn zu unterbrechen. Dies tat Reinhard Rauball nach einigen Minuten. Er fragte, wie lange es denn noch dauern würde, schließlich stünde die Mannschaft schon vor der Tür. Recht gekonnt umspielte Vollmann diese Hürde und beendete dann seine Ausführungen etwas abgehackt. Warum die Mannschaft nicht warten kann, bis alle Abteilungen mit ihren Berichten durch sind, kann ich mir nicht erklären. Warum die Mannschaft immer diese Extrawurst mit dem verspätetem Einlaufen benötigt, weiß ich auch nicht. Ich finde das nicht gut, aber auch nicht schlimm. Nur diese Unterbrechung durch Reinhard Rauball empfand ich als sehr unhöflich.

Danach ging es weiter und irgendwann bestieg Hans-Joachim Watzke das Rednerpult. Seine fachlichen Qualitäten will ich gar nicht in Abrede stellen, aber seine öffentlichen Auftritte sind leider nur mangelhaft. So auch gestern. Anfangs wirkte er irgendwie beduselt, ich weiß auch nicht, aber er kam mir vor, als hätte er am Morgen bereits ein Schlückchen gehabt. Er sprach sehr abgehackt und seine Augen wirkten seltsam unruhig. Das legte sich aber nach ein paar Minuten wieder. Die von ihm präsentierten Charts erinnerten mich allesamt zu sehr an die Rechnungswesen-Stunden während der Berufsschulzeit, so dass ich mich gedanklich etwas ausklinkte und erst wieder unter dem Strich aufwachte, wo die Zahlen zwar noch nicht rosig aussehen, aber immerhin nicht mehr angsteinflößend.

Und dann? Dann begann es peinlich zu werden. Aki Watzke ging aufs Sportliche ein. Ein Raunen ging durch die hinteren Reihen, gefolgt von der Angst, dass jetzt auf die Mitleidsdrüse gedrückt wird. Aber nicht nur das. Watzke suchte in seinen Ausführungen die alleinige Schuld am Nichterreichen der Europa-League in der Fehlentscheidung am letzten Spieltag in Frankfurt beim dortigen Spiel gegen den HSV. Die Zwischenrufe häuften sich, Pfiffe waren hörbar. Die Krone setze der Geschäftsführer der KGaA dann dem ganzen Szenario aber durch die eingespielte MAZ auf. Unter der Einleitung, man wolle ja niemandem persönlich die Schuld geben, ließ er von der Regie die „saisonentscheidene“ Szene über die Leinwände abspielen. Wie bei Netzer und Delling ließ er sogar das Bild nach dem Abspiel anhalten. Es fehlte jetzt nur noch, dass er per Laserpointer oder anderem technischem Gedöns die Spieler, die vom HSV allesamt im Abseits standen, noch auf der Leinwand zeigte und den Linienrichter per Luftgewehr aus dem Bild ballerte. Das war auch fast der einzige Moment, an dem es in der Halle unruhig wurde. Laute Zwischenrufe paarten sich mit Pfiffen bis die Situation endlich beendet war. Ich schämte mich letztmals derart bei der letzten Folge „Schwiegertochter gesucht“ fremd. Spiele wie in Hannover oder anderswo, wo man die Punkte leichtfertig liegen ließ wurden gar nicht erst in die Rechnung einbezogen. Aber es war sinnlos, Aki Watzke hatte sich auf diese eine Situation eingeschossen und sah in ihr die Wurzel allen Übels. Die Unruhe führte aber nicht die bei MAZ eingespielte Szene herbei, sondern das Beharren Watzkes auf sein Recht – so war zumindest meine Wahrnehmung.

Anschließend wurde es wieder ruhiger und die JHV konnte irgendwann auch bei zwei Tellern Erbsensuppe beendet werden.

Eigentlich wollte ich nur über die Unterbrechung Rauballs und das mangelhafte Auftreten Watzkes berichten, ist doch etwas länger geworden. Tut mir leid, ehrlich!

Etwas überrascht darüber, dass Sichtweisen derart differieren können, las ich dann vorhin den Artikel der Ruhr Nachrichten zur gestrigen JHV. Wir hadern also mit dem Abseitstor. Sicherlich war die Entscheidung in Frankfurt scheiße, aber so ist das halt im Fußball. Über die Schiedsrichterleistung im Heimderby 08/09 verliert doch auch keiner ein böses Wort. Die Borussia-Brille ist sicherlich gut, aber in einer Position des Hans Joachim Watzke wäre etwas mehr Objektivität sicherlich ganz angebracht. Er ist mit Reinhard Rauball der erste Repräsentant von Borussia Dortmund und darf einfach nicht so rumpoltern wie auf einem Scheunenfest im tiefsten Sauerland, wo seine doch etwas zu sehr ausgeprägte populistische Art Schweinchen Babe sicherlich zum Quieken bringt.

Der Vollständigkeit halber noch die Meldung der RN im Wortlaut:

Jahreshauptversammlung
BVB-Fans hadern mit Abseitstor 
Von Jonas Müller-Töwes am 22. November 2009 18:15 Uhr 

DORTMUND: Die Enttäuschung der BVB-Mitglieder über den verpassten Einzug in die Euro League ist noch nicht abgeklungen. Das zeigte am Sonntag die Jahreshauptversammlung. Während einige die Schuld bei Trainer und Mannschaft suchten, zeigte der Großteil der Fans jedoch Verständnis. 

„Unter aller Kanone fand ich einige Wortbeiträge heute“, sagte BVB-Mitglied Marco Perz deutliche Worte. Zuvor waren in der Versammlung unter Buh-Rufen Vorwürfe einiger Fans laut geworden, Trainer Jürgen Klopp habe die Mannschaft im entscheidenden Spiel gegen Borussia Mönchengladbach zu defensiv eingestellt – die Mannschaft habe sich womöglich auch nicht genug bemüht.
 
„Wenn jemand über jede Kritik erhaben ist, dann Jürgen Klopp“, sicherten Marco Perz und BVB-Mitglied Julian Borgböhmer dem Trainer ihre Unterstützung zu. Sie hoffen noch auf einen Euro League-Platz in der laufenden Saison – womöglich sogar auf die Champions League-Teilnahme.

Schalke wird den Atem spüren

Und auch Vorstand Hans-Joachim Watzke versprach „unseren Freunden aus Gelsenkirchen“, dass sie „in dieser Saison noch unseren Atem spüren werden.“

Er hatte noch einmal – ohne der Tatsachenentscheidung allein die Schuld für den verpassten fünften Platz zu geben – auf das entscheidende Abseitstor in der 91. Minute im Spiel HSV gegen Eintracht Frankfurt hingewiesen. Watzke dazu: „Wir sind um unseren verdienten Lohn gebracht worden.“

Video gezeigt

Dieser Meinung war offensichtlich auch der Großteil der Mitgliederversammlung in der Westfalenhalle 2. Mit Gelächter und Applaus bewiesen die Fans ihren Galgenhumor, als das Tor über die Video-Leinwand flimmerte.
Watzke lobte weiter ausdrücklich die „hervorragende Saisonleistung der Mannschaft“- die Verpflichtung Jürgen Klopps sei ein „guter und wichtiger Schritt für den BVB“ gewesen.

110 Gegenstimmen bei Sieraus Wahl in den Wirtschaftsrat

Ungewöhnlich langwierig gestaltete sich anschließend die Wahl des Wirtschaftsrates. Während die Versammlung drei Kandidaten abnickte, strafte sie Oberbürgermeister Ullrich Sierau für das Haushaltsloch ab. Ergebnis der Wahl: 110 Gegenstimmen, 62 Enthaltungen. Als Sierau sich für das „ihm entgegengebrachte Vertrauen“ bedankte, schallte Gelächter durch den Saal.

Netzfundstück

[w+] Ich habe heute ein bisschen gegoogelt. Nach was ist egal, und wo ich folgenden Satz eines gewissen Homers gefunden habe auch, aber über die folgenden Zeilen, die i. Ü. schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, musste ich schon so ein bisschen schmunzeln.

Aber mal ernsthaft, ich würde das mit den Commandos, Infernos und Brigaden jetzt nicht so hochhängen. Es ist doch ganz normal, dass junge Fans ihren eigenen Fanclub gründen. Nehme ich mal den Treuen Süden als Beispiel, haben die doch den gleichen Weg gemacht. Ein paar Freunde, die sich aus der Schule oder so kennen, gehen zum BVB und gründen irgendwann ihren eigenen Fanclub. Und? Heute sind die aktiven Leute von denen bei TU und übernehmen wichtige Aufgaben oder brechen sich auf den Bauch oder machen sogar beides ;-) Daneben gibt es immer noch den Treuen Süden und die haben immer noch ihren kleinen Kreis.

Auf uns, Jungs!

Punkt an der Weser

[w+] Es ist Montag, das Wochenende liegt grade erst hinter uns und unsere glorreiche Borussia konnte vier Punkte einheimsen. Drei fielen dabei auf das Konto der Amateure, welche ich mir am Samstag aber ausnahmsweise mal nicht ansah, denn zum einen gierte mein Körper nach Ruhe und zum anderen finde ich Spiele der Amateure im Westfalenstadion total scheiße, um das mal diplomatisch auszudrücken. Da hocken dann 2.500 Zuschauer im 80.000er Stadion und so richtig Bock drauf hat niemand. Wenn aber eine ostdeutsche Mannschaft in Dortmund aufschlägt, bricht hier regelmäßig eine Sicherheitshysterie sondergleichen aus. Ob gegen Aue auch im großen Stadion gespielt wird? Wundern würde es mich nicht, ehrlich gesagt.

Nach rumgelümmeltem Samstag, einer gehörigen Mütze Schlaf und einem Top-Frühstück am Sonntag ging es auch frisch, fromm, fröhlich, frei bei schattigen Temperaturen am späten Vormittag zum Dortmunder Busbahnhof, von wo aus die beiden TU-Geschosse in die Hansestadt aufbrechen sollten. Mission des gestrigen Tages war, den Bremern die Serie ohne Niederlagen zu brechen oder zumindest einen Punkt von dem Fleck der Erde zu entführen, an dem die Weser einen Bogen macht.

Als wir in Bremen ankamen, wurden unsere Busse und die der anderen Fanclubs auf einem extra eingezäunten Terrain des Busparkplatzes gelotst. Als die Busse ihre Inhalte an die frische Luft pressten, konnten diese ein Polizeiaufgebot sondergleichen erblicken. Warum unsere Nicht-Freunde und Nicht-Helfer so groß antischen mussten, weiß wohl allein der Wind, selbst zu Pferd wurden wir von der 1312. Kavallerie sicher behütet zum Gästeeingang eskortiert. Völlig übertrieben, wenn Ihr mich fragt. Was haben die erwartet?

Nachdem ich mir noch flugs ein Fischbrötchen einverleibt habe, betrat ich dann die Baustelle Weserstadion und war gespannt, wie der Block, den ich bisher nur aus Netz und Fernsehen kannte, in echt ist. Die Sicht war ok bis richtig gut, zumindest wenn man nicht unterhalb der fünften Reihe stand oder weiter oben einen der beiden Kräne vor der Linse hatte. Nur leider war der Block so riesig, dass man die Unterstützung der Mannschaft nur sehr schwer koordinieren konnte, aber ich glaube, dass das Weserstadion nach Fertigstellung endlich ein richtig gutes Stadion wird. Ich bin gespannt drauf.

Gespannt war ich auch auf die Leistung unserer Mannschaft. Seit der Derbypleite sind wir in der Liga ungeschlagen und haben von diesen vier Spielen sogar drei gewonnen und in Leverkusen ein achtbares Unentschieden herausgeholt. Nun also Bremen und ich muss sagen, dass sich unsere Mannschaft gestern ganz gut verkauft hat. Klar gab es auch schwächere Teile in der Elf, auf die ich aber gar nicht groß eingehen will, denn alles in allem bin ich sehr zufrieden, wenngleich sogar ein Sieg drin gewesen wäre. Aber wir sollten realistisch bleiben und auf den vergangenen fünf Spielen aufbauen, in denen wir, ohne richtig guten Fußball gezeigt zu haben, immerhin elf Punkte mit nur zwei Gegentoren geholt haben. Find ich gut! In zwei Wochen kommt mit Mainz der bisher stärkste Aufsteiger ins Westfalenstadion, mal schauen ob wir unsere Serie ausbauen können.

Auf den Rängen war es gestern meiner Meinung nach recht mau, wobei beide Seiten immer mal wieder stärkere Phasen hatten. Außerdem muss ich sagen, dass ich durch die baulichen Begebenheiten die Bremer Ostkurve gestern erstmals über das gesamte Spiel wahrnehmen konnte, was im alten Gästeblock nicht der Fall war. Vom Hocker hat sie mich aber nicht gehauen, denn eigentlich konnte man sie nur mit zwei St. Pauli-Liedern und gelegentlichen Werder-Rufen hören. Bei uns war es wie schon weiter oben beschrieben – der Block war einfach zu riesig, um ihn mit nur einem Megaphon koordinieren zu können. Außerdem muss ich sagen, dass ich unsere Liedauswahl in den letzten Wochen sehr eintönig finde und mir das „Auf geht’s Dortmund, kämpfen und siegen…“ aus den Ohren raushängt. Das Lied ist gut, keine Frage, wurde aber meiner Meinung nach tot gesungen. Dieses Phänomen ist in der Vergangenheit ja nicht erst einmal mit neuen Liedern passiert. Anstatt das Repertoire vielfältig zu halten, werden neue Gassenhauer bis zum Erbrechen wiederholt und ältere Smashhits verschwinden der Reihe nach und werden nur alle Jubeljahre mal wieder gesungen. Ich will jetzt nicht sagen, dass unsere Stimmung mies ist, ich will nur sagen, dass das Wie und Was zu sehr in Vergessenheit geraten ist. Aber vielleicht ist das auch nur meine Meinung.

Nach dem Spiel holte sich unsere Mannschaft den verdienten Applaus ab und dann ging es für alle auch schon wieder in die Heimat. Wir sammelten uns im Block und gingen wieder in immenser grüner Begleitung zurück zu den Bussen. Die Rückfahrt gestaltete sich ganz witzig und  dadurch kurzweilig. An dieser Stelle möchte ich unseren Dänen grüßen, der sich trotz Arbeit am nächsten Tag mal so richtig vom Erdball kleisterte und in gewohnter Manier sein Umfeld unterhielt!

Um viertel vor eins lag ich dann auch schon in der Pofe und träumte von einer langanhaltenden Serie ohne Niederlagen, die unsere Borussia in die oberen Gefilde der Tabelle preschen lässt.

Heimsieg gegen Hertha BSC

[w+] Nach den ersten sieben Spieltagen, die für uns ausnahmslos samstags um 15:30 Uhr stattfanden, bekommen wir seit dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach die ganze Bandbreite der Anstoßzeiten zu spüren. Einzig der sonntägliche Anstoß um 15:30 Uhr blieb und bleibt uns vorerst erspart. Auch am vergangenen Spieltag durften wir nicht zur Kernzeit ran, wenn man diese überhaupt noch so benennen kann. Wobei ich mir eingestehen muss, dass ich Freitagabendheimspiele irgendwie ganz cool finde. Dies ist aber rein subjektiv, denn spielt man freitags auswärts, ist das nicht immer gediegen. Und freitags in Berlin fänd ich wiederum nicht ganz so cool. Deshalb wäre es schon einfacher, würden alle Spiele samstags stattfinden, doch selbst ich bin nicht so naiv, um zu denken, dass das in irgendeiner Zukunft geschehen könnte – leider…

Am Freitag gastierte also die Hertha aus Berlin bei uns im wunderschönen Westfalenstadion. Jaja, die Hertha, irgendwie erinnern ihre aktuellen sportlichen Leistungen an Axel Schulz (der mit der Fackelmann-Mütze) zu seinen besten Zeiten. Seit dem 1:0-Sieg am ersten Spieltag gegen Hannover 96 bekommt die alte Dame Woche für Woche schön was vor den Kopf und taumelt mehr oder weniger geistig anwesend durch den Ring. Nur letzten Sonntag gelang ihr mal ein kleiner Verlegenheitstreffer gegen den aktuellen Meister des DFB-Verbands. Solche Gegner sind nicht leicht zu spielen, denn selbst die längste Pleitenserie muss ja irgendwann einmal zu Ende gehen. Und wir Dortmunder reden uns gerne ein, dass wir in der Vergangenheit schon oftmals als Aufbaugegner für die Mannschaften herhalten mussten, die seit gefühlten Ewigkeiten keinen Sieg mehr einfahren konnten. Ob diese Theorie nun wirklich stimmt, kann ich nicht sagen, aber so ganz wohl war mir bei den Gedanken an das Spiel nicht. Und so wurden in den Tagen zuvor auch schon Szenarien für die Phase nach dem Abpfiff gesponnen. Ein paar besonders pessimistische Pessimisten sahen Friedhelm Funkel schon vor dem Gästeblock tanzen. All diese Faktoren führten dazu, dass auch ich ins Grübeln kam.

Und das Spiel ließ einem auch sehr viel Zeit zum Grübeln, denn es war alles andere als packend und spannend. Ich will hier gar nicht die große Kritikkeule rausholen, denn die letzten vier Spiele sind rein vom Ergebnis her völlig ok, das Pokalspiel natürlich ausgeklammert. Na klar, wir haben jetzt nicht unbedingt gegen Übermannschaften gewonnen. Mönchengladbach, Bochum und die aktuelle Hertha müssen aber einfach geschlagen werden, um sich den Tabellenkeller langfristig vom Leib zu halten. Und der Punkt in Leverkusen ist ja auch nicht so ganz uncool. Sicherlich hapert es deutlich noch an mehreren Ecken und Enden, aber diese letzten vier Ligaspiele müssen jetzt einfach auch für ein bisschen Selbstvertrauen gesorgt haben, um gegen die kommenden Gegner bestehen oder mindestens mithalten zu können. Wobei unser Fokus ganz klar auf den Spielen gegen Mainz, Nürnberg und Freiburg liegen muss. Bremen, Hoffenheim und Wolfsburg sind zurzeit einfach mindestens eine Klasse besser, wobei wir auch gegen die nicht mit Pauken und Trompeten untergehen müssen. Mit Einsatzwille, Kampf und der nötigen Leidenschaft können wir vielleicht auch in diesen Spielen für Überraschungen sorgen. Für Spannung ist auf jeden Fall bis zu den Feierlichkeiten rund um das 100-jährige Bestehen der mächtigen Borussia gesorgt.

In diesem nur bedingt interessanten Spiel konnte sich unsere Borussia aber am Ende ohne große Mühen durchsetzen. Dies lag zum einen an den beiden Toren, die durch einen Elfmeter von Sahin und durch ein weiteres klasse Tor von Barrios fielen, und zum anderen an der wirklich desolaten Hertha aus Berlin. Es ist schon erschreckend wie diese Mannschaft auftrat, denn bis auf einen gefährlichen Torschuss war das schlicht und ergreifend nichts.

Dies machte sich auch beim Anhang der Hauptstädter bemerkbar. Die guten Eindrücke der letzten Auftritte im Westfalenstadion konnten am Freitag nicht untermauert werden, aber wer will es ihnen verübeln. In den ersten Minuten waren sie zwei-, dreimal leicht zu vernehmen, aber weil man schnell erkennen konnte, das unser Gast auch in diesem Spiel keinen Blumentopf gewinnen wird, wurden die Unterstützungsambitionen schnell as acta gelegt. Und ganz ehrlich? Ich hätte die Nase auch gestrichen voll. Die Süd, um das auch schnell abzuhandeln, war eigentlich wie immer. Mal schlecht, mal gut, der alte Hut.

Nach dem fulminanten Schlussakkord durch das sehenswerte Tor von Barrios war dann auch gleich Schluss und der 2:0-Sieg im Sack. Noch ein paar kurze Worte zu Barrios. Nach den deutlich erkennbaren Anlaufschwierigkeiten kommt unser Stürmer nun immer mehr in Fahrt. Zurzeit trifft der wirklich in jedem Spiel und tritt wie ein richtiger  Torjäger auf. In den 90 Minuten ist nicht viel von ihm zu sehen, aber im richtigen Moment erkennt er die Situation und nagelt das Ding in die Maschen. So langsam erkennt man, dass der Typ ein richtig Guter ist. Hoffentlich hält das auch in Zukunft an, dann werden wir noch eine Menge Spaß mit ihm haben.

Liebe deutsche Rap-Szene

[w+] Samy Deluxe freestyled auf dem Splash 2009. Großes Tennis!

[w+] Heute morgen wache ich noch etwas im Tran auf und mein erster Gedanke war, dass wir gestern in Osnabrück die Pokalsegel streichen mussten. Und noch immer klingt der Gedanke irgendwie unwahr. Doch jetzt, wo ich schon ein paar Stündchen wach bin und im Internet recherchiert habe, muss ich leider feststellen, dass es stimmt. Wir sind gestern in Osnabrück rausgeflogen.

Doch wie kam es dazu? Nach der Arbeit ging es direkt mit dem Bus zum Hauptbahnhof, wo der TU-Bus um 17 Uhr starten sollte. Doch von unserem Bus war nichts zu sehen. Schnell gingen die Frotzeleien los, der Bus sei schon auf dem Weg nach Dortmund irgendwo liegen geblieben, schließlich hieß auch gestern unser Busunternehmen „Selmer Reisen“, die ja bekanntlich die Besten im Motorsport sind. Aber die kolportierten Szenarien sollten sich nicht bewahrheiten, denn der Bus tauchte dann doch auf und der dienstagabendliche Pokalausflug konnte beginnen. Im Bus wurden ein paar Pilsetten geköpft und der Expertenzirkel ließ die letzte Folge und die Höhepunkte der aktuellen Staffel „Schwiegertochter gesucht“ Revue passieren, so dass die Fahrt doch recht zügig über die Bühne gebracht wurde.

Gästeblock OsnabrückAn der Bremer Brücke angekommen, ging es auch schnell aus dem Bus und zum Gästeeingang. Schnell nach unten in den Block gedrängelt und schon konnte das Unheil seinen Lauf nehmen. Doch bevor es peinlich wurde, gab es im Gästeblock nach ewiger Zeit mal wieder eine richtig feine Pyroeinlage. An alle, die jetzt wieder zum Moralapostel mutieren. Es ist mir egal, was darüber gedacht wird, ich find’s einfach geil! Niemand kam zu Schaden, nichts wurde aufs Spielfeld geworfen, es sah richtig gut aus und war der einzige Lichtblick am gestrigen Abend. Zum Spiel selber möchte ich nichts mehr sagen. Zum einen weil ich aufgrund meiner Position im Block nicht allzu viel erblicken konnte und weil das kühle Blonde das ganze noch erträglich machen konnte. Half aber auch nur für den gestrigen Abend, denn heute bin ich sauer, gestern war ich nur zynisch.

Nach Abpfiff ging es wieder zum Bus und im Bus wurde die Niederlage ordentlich ertränkt. Zum Glück ist Osnabrück nicht weit von Dortmund weg, denn sonst wäre der Abend noch ziemlich ausgeartet. So reichte es nur für eine ordentliche Bettschwere, die durch zwei Döner um die Ecke noch intensiviert wurde.

In ein paar Wochen spielen wir mit den Amateuren wieder in Osnabrück und ich wette, dass wir das Spiel relativ locker gewinnen werden…

Es wird eng

[w+] Bevor es heute Abend zum Pokalspiel nach Osnabrück geht, soll noch kurz auf das Spiel unserer Amateure gegen die des FC Bayern München am Samstag eingegangen werden.

Nach definitiv zu kurzem Schlaf ging es im Galopp zum Einkaufen, zum Glück hatte ich 75 Pferdestärken zur Unterstützung unterm Hintern, um dann etwas weniger pünktlich um kurz vor halb zwölf in der Stube meinen Dienst anzutreten. Die Zeit bis zum Abmarsch verlief sehr ruhig und um kurz nach eins ging es dann lockeren Schrittes zur Roten Erde. Positiv hervorheben möchte ich den Umstand, dass uns auf dem Weg nicht ein einziger Polizist begleitete, was ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist, wenn ein Trupp, etwa 50 Fußballschmockis umfassend, durch die Straßen zieht. Irgendwie sehr skurril, wenn man das extra erwähnen muss.

In der Roten Erde labte ich mich zuerst an der Würstchenbude, wo die Würstchen um einiges besser schmecken als nebenan im Westfalenstadion. Rote Erde und Bratwurst im Brötchen gehören einfach zusammen. Word! In der ersten Halbzeit pflanzte ich meinen Fettarsch in Block G und ergötzte mich mal wieder am unfassbar hohen Gesprächsniveau aller Anwesenden. Nebenbei blickte ich dann und wann aufs Spielfeld und hörte parallel dem benachbarten Block H zu, der am vergangenen Samstag recht gut aufgelegt war. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass das ein oder andere Lied künstlich am Leben gehalten wird. Ansonsten aber ein respektabler Auftritt.

Auf der Gegenseite tummelten sich auch circa 100 Anhänger des großen FC Bayern, wovon so 40 bis 50 dem Gesang nicht abgeneigt waren. Bei uns kam jetzt nicht sonderlich viel an, aber wer die Bayern-Amateure-Szene kennt, weiß, dass dort immer was los ist. Und wenn man bedenkt, dass die Profis minimal zeitversetzt ein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt hatten, ist die Leistung noch etwas höher einzuschätzen. Wenn ich Anhänger der Bayern wäre, würde ich auch das ein oder andere Heimspiel in der verkackten Arena sausen lassen und mit den Amateuren auf Reisen gehen.

In der zweiten Halbzeit gesellte ich mich dann zum DTS98-Expertenzirkel in die Kurve, wo das Gesprächsniveau teilweise noch etwas tiefer einzusiedeln war als auf der Tribüne. Auch keine schlechte Leistung. Dort lernte ich dann auch eine Weisheit fürs Leben kennen, denn es wurde ein mir bekannter aber bei dem Spiel nicht anwesender Fan zitiert, der sagt, dass die Brüste einer Frau so groß sein müssen, dass, wenn man seinen Kopf dazwischen steckt und dann hin und her wackelt, man aus den Ohren bluten muss. Erkenschwicker warfen mit Senfgläsern – ohne Worte!

Das Spiel ging leider verloren, um mal wieder zum eigentlichen Geschehen zurückzukehren. Unsere Amateure versuchten viel, schafften aber reichlich wenig. Die herausgespielten Chancen wurden zum Teil kläglich vergeben und vorm Tor wurde wie eigentlich fast immer viel zu umständlich gespielt. Das muss denen doch mal einer sagen. Die vom Ex-Teeniestar Mehmet Scholl trainierten kleinen Bayern waren ein bisschen abgezockter und netzten leider zweimal ein. Mit diesem Sieg schlichen sich die Bayern in der Tabelle an uns vorbei, wo wir nun mit dem vorletzten Tabellenplatz einen der Abstiegsränge belegen. Es wird eng.

2Zu erwähnen ist noch eine gemeinsame Spruchbandaktion mit den Bayern.  DFB & ZIS – zeitgleich ist Beschiss war zu lesen. Wir hatten in dieser Saison noch recht viel Glück mit den Terminierungen, doch ist jedes Spiel, welches aufgrund von Terminüberschreitungen verpasst wird, ein verlorenes Spiel. Nicht nur für uns, auch für den Gegner und den Fußball. Und sind wir mal ehrlich. Es wird viel über Zweitvertretungen gemeckert, aber man muss sich ja nur mal Bilder von so manchen Spielen anschauen. Wer bringt denn mehr Leute mit? Sandhausen, Heidenheim, Wuppertal, Burghausen & Co. oder die Amateurteams von Bayern oder Dortmund? Außerdem beteiligten wir uns noch mit dem Spruchband Kind vertreiben -> 50+1 muss bleiben an der bundesweiten Aktion zum Thema „50+1″, die sich gegen Martin Kinds Antrag richtet, der diese Regel gerne abschaffen würde, um Fremdinvestoren die Türen bei den Vereinen zu öffnen. Nicht nur aus unserer Sicht wäre das der endgültige Tod des deutschen Fußballs.

Samstag geht es für unsere Zweite nach Aue. Auch nicht grade ein leichter Brocken, wollen wir hoffen, dass irgendwie was Zählbares bei rausspringt!

[w+] Nach der Nullbockattacke zu Beginn der Woche gibt es nun wieder in gewohnter Manier die Berichte vom Wochenende. Die mangelnde Motivation lag im Übrigen nicht am VfL Bochum, sondern an mir selbst. Dieses ganze Derby-ja-oder-nein-Gerede der hiesigen Fußballszene ist nicht mein Ding, denn Spiele gegen Bochum sind für mich ganz klar Derbys, die ich immer gewinnen will – egal wie!

Nun aber zurück zum letzten Freitag. Als ich um halb vier die Arbeit Arbeit sein lassen konnte und auch die kurze Nahrungsaufnahme in den eigenen vier Wänden schnell und effizient über die Bühne bringen konnte, schnappte ich mir meine holde Maid und schon ging es los. Noch schnell die Fans aus der Nachbarschaft eingesammelt und schon standen wir am Bahnhof, oder was von ihm übrig geblieben ist. Diese ganze Bahnhofsleier ist schon traurig. Schon seit ewigen Jahren diskutierten sich unzählige Gremien dieser Stadt die Köpfe heiß, Modelle wurden vorgestellt, Modelle wurden in den Himmel gelobt, um dann aber doch wieder in der Schublade zu verschwinden. Nach gefühlten 25 Jahren begannen die Bauarbeiten nun endlich vor ein paar Wochen. Wenn man jetzt aber glaubt, dass nun alles in Butter sei, sieht man sich getäuscht. Denn nach Baubeginn gingen die Diskussionen wieder los, denn einige wichtige Stimmen wurden laut, dass die geplante Fassade am Hauptausgang doch nicht den Wünschen entspricht. Da soll noch jemand durchsteigen. Um den Bahnhofsexkurs abzuschließen: Der Bahnhof sah vor den Bauarbeiten scheußlich aus und sieht es jetzt in der Bauphase auch. Wollen wir hoffen, dass wir bald einen Bahnhof in Dortmund haben, der der Wichtigkeit dieses Standortes gerecht wird.

Zurück zum Spocht. Wir betraten das Gleis und alsbald auch den Zug und die illustre Hinfahrt konnte losgehen. Im Nachgang war diese dann doch ganz witzig, beim direkten Dabeisein war es einfach nur nervenaufreibend. Dank meiner Fähigkeiten, mich auf andere zu verlassen, konnte ich im Zug einen Sitzplatz im Fahrradabteil ergattern, was bei minimal späterem Betreten schon nicht mehr möglich gewesen wäre. Züge am frühen Freitagabend, die einmal komplett den Ruhrpott und das Rheinland durchqueren sind nun einmal so. Und wenn dann auch noch Fußball ist, ist es eh zu spät. Dies zur Ausgangsposition. Bei meinem Glück saß ich dann auch direkt vor vier bis fünf jung gebliebenen Ü50-Schachteln, die mir auch direkt auf den Zwirn gehen sollten. Diese Weibsbilder waren auf dem Weg nach Köln um den Junggesellinnenabschied von Klaus-Bärbel zu feiern. Die hieß natürlich nicht so, sah aber so aus. Ihr stand nun die dritte oder vierte Ehe bevor, dieses Mal klappt es bestimmt. Wir drücken die Daumen. Das nervige an diesen Fregatten war aber, dass sie ihren kleinen CD-Spieler dabei hatten, der dann auch stilecht WDR4- und Ballermannmucke abspielte. Noch nerviger war es aber, dass die Wortführerin der Truppe mit jedem in Kontakt kommen wollte und sich sehr witzig und schlagfertig fand. Somit zog sich die Fahrt schier ins Unermessliche, konnte aber schlussendlich doch bewältigt werden, wenn auch etwas genervt.

Nach Ankunft am Stadion ging es auch schnell hinein, denn die Massen vor den Eingängen waren doch beträchtlich. Kurz locker kontrollieren lassen – das war in Leverkusen auch schon mal anders – und schon ging es runter in den Block. Schnell einen guten Platz gesichert und schon warf in einen Blick durch das neue Haberland. Der SVB hat in den letzten Monaten ordentlich gebaut und auf drei Tribünen einen Oberrang gesetzt und auch eine neue Dachkonstruktion können sie ihr eigen nennen. Sieht alles in allem ganz in Ordnung aus, wobei mir diese Hintertortribüne mit den paar Reihen und der Wand mit den VIP-Logen nie gefallen wird. Aber drauf geschissen, denn nun passen 30.000 und ein paar Kaputte ins Stadion, was die Anzahl der Jahr für Jahr nach Leverkusen fahrenden Borussen noch erheblich steigern und unsere Spiele dort auch weiterhin zu stimmungsvollen Heimspielen machen dürfte.

So auch dieses Mal. Auch bedingt durch die überraschende wie frühe Führung durch Barrios können wir die Stimmung aller Borussen am Freitag getrost in die Kategorie „Bärenstark“ einordnen. Lediglich nach dem Ausgleich und dem in der Luft liegenden Siegtreffer für die Gastgeber wurde es etwas schlechter. Was man von der Heimseite nicht grade behaupten kann. Bedingt durch zahlreiche Stadionverbote gegen Ultras Leverkusen fehlt ihnen ein größerer Stimmungskern, der die Sache richtig in die Hand nimmt. So kam außer den obligatorischen „BVB Hurensöhne“-Gesängen wenig bis gar nichts bei uns an. Ich stell mir das eh ein wenig frustrierend vor, wenn man immer gegen eigentlich alle Westvereine zuhause immer den Kürzeren in Sachen Stimmung zieht. Einzig schlagbarer Anhang dürfte Bochum sein, was jetzt aber auch nicht sooo schwer ist. Aber egal, das ist nicht unsere Baustelle.

Zum Spiel will ich gar nicht viel sagen, außer dass ich eigentlich über keinen Spieler groß meckern kann oder will, denn im Vorfeld wäre ich mit dem Unentschieden sehr zufrieden gewesen. Und das bin ich auch noch im Nachgang. Drei Spiele in Folge ungeschlagen, sieben Punkte geholt und dazu ein Torverhältnis von 4:1. Liest sich doch ganz gut, oder? Wollen wir hoffen, dass sich der Aufwärtstrend auch in den kommenden Wochen bestätigt und der doch recht maue Saisonauftakt noch ausmerzen lässt.

Nach dem Spiel ging es dann zum Entlastungszug und wieder ab in die Heimat. Noch schnell einen richtig guten Döner zwischen die Backen gesteckt und schon lag ich in der Pofe und träumte schnell von weiteren Siegen unserer Borussia und noch mehr so guten Leistungen auf den Rängen!

Zum Abschluss bleibt nur noch eine Frage, die sich mir schon länger stellt. Der Verein nennt sich TSV Bayer 04 Leverkusen, die Fans und auch der Club selber bezeichnen sich als SVB, also Sportvereinigung Bayer. Doch müsste es nicht eigentlich TSVB oder einfach nur TSV heißen? Woher kommt das Weglassen des T’s und die Bezeichnung als SVB? Kann mir das jemand beantworten?

Sieg im B1-Derby

[w+] Bochum-Bericht? Boah ne, echt mal keinen Bock. Tut mir leid, zum Spiel in Leverkusen und höchstwahrscheinlich zum Spiel gegen die Amateure des FC Bayern gibt es wieder in gewohnter Weise Berichte.

Alles Hooligans!

[w+] In Zukunft werde ich hier immer mal wieder Impressionen aus aller Welt reinstellen. Nachdem wir letztes Mal in Griechenland waren, geht es heute über den großen Teich nach Brasilien. Neben den ganzen Blinkern bleibt bei mir die saugeile Kurvenbeflaggung hängen. Football – love this game!

Dreimal Dortmund

[w+] Nach der schmerzlichen Derbyniederlage am 26.09.2009, hatte unsere Mannschaft am Samstagabend in Mönchengladbach die erste Möglichkeit, die Talfahrt seit dem Saisonauftaktsieg gegen den 1. FC Köln endlich zu stoppen. Denn nur ein Sieg nach sieben gespielten Runden ist definitiv zu wenig. Mir und vielen anderen ist bewusst, dass wir keine Spitzenmannschaft sind, die um den Titel mitspielt, aber gegen den Abstieg sollte sie im Normalfall auch nicht kämpfen müssen.

AmateureDer 03.10.2009 brachte die schöne Möglichkeit mit sich, gleich zwei Spiele unserer Borussia zu sehen. Die ganz hartgesottenen unter uns hatten sogar drei Spiele vor der Brust, da die A-Jugend um 11:00 Uhr in Dortmund-Brackel spielte. Da ich mir die Junioren in der Regel aber klemme, ging es für mich um 14 Uhr in der Roten Erde mit den Amateuren los, die mit dem SV Wehen-Wiesbaden ein völlig uninteressantes Retortenprodukt zu Gast hatten. Der SVWW wurde von ein paar Fans begleitet, die aber keiner weiteren Erwähnung bedürfen, denn sie sind nur durch Pogoeinlagen aufgefallen, die bei 15 Leuten eher peinlich wirkten – zumal nicht einmal richtig gepogt wurde, sondern vielmehr ein wenig durcheinander gehoppst. Aber egal. Die heimische Anhängerschar versammelte sich wie gewohnt im Block H, konnte aber leider nicht so richtig überzeugen. Da habe ich schon wesentlich bessere Auftritte in dieser Saison gesehen. Leider gab das Spiel auch nicht viel her, es war teilweise wirklich nicht schön. Aber der Einsatz stimmte, der auch mit der 1:0-Führung belohnt wurde. Und eigentlich sah es so aus, dass diese Führung reichen sollte, so dass ich mich mit dem fiesen Dicken vom Hauptbahnhof schon ein paar Minuten eher zum Ausgang begab. Leider zu früh, denn die Hessen schafften quasi mit dem Schlusspfiff noch den Ausgleich. Rotzverdammich!

Nach dem Spielende musste es dann schnell gehen. Nach ein, zwei Minuten der kurzen Verwirrung war dann auch allen klar, wo die Busse stehen, die uns zum Spiel der Profis kutschieren durften. Am Ende machten sich dann sechs Vehikel auf den Weg, die kurz vor dem Anpfiff im Konvoi den Borussia-Park auf der grünen Wiese weit außerhalb von Mönchengladbach erreichten. Schnell aus den Bussen raus, kurz gesammelt und dann rein ins Vergnügen. Die Kontrollen konnten wir schnell hinter uns bringen, mussten dann aber feststellen, dass der Stehplatzblock schon sehr voll war und es zum Chaos geführt hätte, wenn wir uns da noch mit knapp 300 Leuten rein gezwängt hätten. Also wurde kurzerhand umdisponiert und der Sitzplatzblock neben dem Steher geentert, was zu keinem Stress mit Ordnern und Polizei führte. Das wollen wir an dieser Stelle auch mal lobend erwähnen. Schnell positioniert und los geht’s. Aber was wir ab 18:30 Uhr zu sehen bekamen, war auch nicht viel augenfreundlicher als die vorherige Partie. Der Einsatz stimmte, das will ich der Mannschaft gar nicht absprechen, aber es hakt noch an vielen Ecken und Enden. Zum Glück präsentierte sich der heimische VfL noch weniger gut. Am Ende reichte das Tor von Lucas Barrios, der einen Ball von der Strafraumgrenze aus der Drehung sehr gekonnt einnetzte. Ich hoffe sehr, dass er sich nach und nach von den Anfangsschwierigkeiten, die ein Wechsel von Südamerika nach Europa mit sich bringt, lösen kann. Ich bin von seinen Fähigkeiten auf jeden Fall überzeugt. Und neben den beiden anderen Luftpumpen im Sturm, kann einer, der weiß wo das Tor steht, nicht schaden. Zu den beiden anderen äußere ich mich nicht mehr. Höchstens positiv, aber das kann ich mir heute sparen.

Auf den Rängen war im Gegensatz zum Geschehen auf dem Rasen schon mehr los. Die Gladbacher Nordtribüne gehört für mich, auch wenn das sicherlich nicht alle so sehen werden, zu den besseren Heimkurven in der Bundesliga. Allerdings kann ich die Trennung der Ultras im Oberrang, die sich mit vielen kleineren Gruppen nach der UMG-Auflösung unter dem Deckmantel „Block 1900“ dort oben sammeln, und dem Unterrang nicht verstehen. Ähnlich wie in Hamburg singen dort zwei Pulke größtenteils nebeneinander her und steigen nur selten mal in die Gesänge der andere ein. Würden alle an einem Strang ziehen, könnte man aus der Tribüne noch viel mehr rausholen. Jedes Mal aufs Neue gefallen mir aber die vielen Schwenker, was mittlerweile ein echtes Merkmal der Gladbacher ist.

ProfisNun aber zu uns. Nach dem Derby und den damit zusammenhängenden Vorfällen, hat sich TU dazu entschlossen, vorerst nicht mehr erkennbar als Gruppe bei den Spielen der Borussia aufzutreten. Dies verursachte natürlich allerlei Spekulationen um die zukünftige Stimmung bei den Spielen. Ich hoffe, dass alle Skeptiker am Samstag sehen konnten, dass sich im Stadion selber gar nicht so viel ändern wird. Einziger Unterschied zum gewohnten Bild sind die fehlenden TU-Zaunfahnen und Schwenker. Am Gesang und der damit verbundenen Unterstützung der Mannschaft wird sich nichts ändern, und das sollte der wichtigste Punkt sein. Alle anderen Dinge sind Entscheidungen der Gruppe, die es zu respektieren gilt. Zu erwähnen bleibt noch ein Banner in Gedenken an Brice Taton, einem Anhänger des franösischen Vereins Toulouse FC, der zum Spiel seiner Mannschaft bei Partizan Belgrad reiste und dort von Einheimischen in den Tod getrieben wurde. Einzelheiten dazu findet Ihr hier.

Nach dem wichtigen Sieg ging es dann wieder relativ schnell zu den Bussen, die uns wieder in die Heimat bringen sollten. Nicht grade wenige hofften auf eine schnelle Abfahrt, stand doch abends im neuen FZW noch die Release-Party des neuen Albums von Too Strong auf dem Plan. Da es neben den weiter oben schon genannten sechs Bussen noch einen weiteren geben sollte, der noch weitere Leute nur abholen sollte, der aber nicht aufkreuzte, musste wieder einmal improvisiert werden. Die für den siebten Bus gemeldeten Leute wurden also kurzerhand auf die anderen sechs verteilt, so dass schlussendlich niemand in Gladbach stehen bleiben musste. Der verloren geglaubte Bus stand im Übrigen im Stadion direkt neben dem Mannschaftsbus vom VfL und durfte diesen Bereich erst wieder verlassen, wenn der Mannschaftsbus das Stadion verlässt. Dies sollte aber auch die einzige Panne am ganzen Tag sein, denn sonst klappte alles perfekt. An dieser Stelle möchte ich den Organisatoren meinen Dank aussprechen. Zuerst war ich etwas skeptisch, ob das alles ohne größeres Chaos klappen sollte, wurde dann aber eines besseren belehrt und bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe.

Nach Ankunft in Dortmund ging es dann schnellen Schrittes zum neuen FZW, wo bei unserer Ankunft bereits dieToostrong Stieber Twins mit Cora E. dem Publikum einheizten. Cora E. ist nicht ganz so mein Fall, aber die Stiebers endlich mal live sehen zu dürfen, war schon ziemlich gut. Die beiden haben es einfach drauf, auch wenn sie nur die bekannten alten Lieder gespielt haben. Haben die nach „Fenster zum Hof“ eigentlich noch großartig was anderes rausgebracht (außer die bekannten Kollabo-Sachen)? Und dann war es nach einer kurzen Pause soweit. Die Uhrzeit, wann Too Strong die Bühne betreten haben, weiß ich nicht mehr, aber es ging sofort richtig los. Nach dem Intro des neuen Albums, starteten der Lange a.k.a. Atom One und Pure Doze mit dem Titeltrack „Rap Music Is Live Music“ richtig durch. Die Masse vor der Bühne stieg sofort mit ein, und dass TS es verstehen, ordentlich Party zu machen, ist eh längst bekannt. Was mich wirklich begeisterte, waren die Live-Instrumente auf der Bühne. E-Gitarre und Schlagzeug verliehen dem Ganzen einen ganz besonderen Touch und machten aus alten Klassikern wie „Krank“ richtig geile neue Versionen. Das einzig nervige waren wie eigentlich auf jedem TS-Konzert die Kollegen, die zwischen den Liedern immer und immer wieder das Star-Wars-Sample von „Rabenschwarze Nacht“ gröhlten. Es sollte doch mittlerweile bekannt sein, dass das selbst die beiden auf der Bühne nervt, was sie auch die letzten Male offen zeigten. Und außerdem ist es doch klar, dass „Rabenschwarze Nacht“ eh immer als zum Schluss als Rausschmeißer gespielt wird.

Nach dem Konzert ging es dann auch sofort mit einem meiner Lieblingsnachbarn nach Hause. Auf dem Weg dorthin stellten wir fest, dass der Tag mit Amateuren, Profis und Konzert doch ganz schön geschlaucht hat. Wir haben beide zwar den ganzen Tag über nichts getrunken und auch im FZW nur drei Kaltgetränke unserer Wahl zu uns genommen, aber es ist wohl so, dass wir alt werden…

Im Nachgang bleibt festzuhalten, dass es ein sehr runder Tag war, der sicherlich nicht nur mir sehr viel Spaß gemacht hat. Auch wenn ich mich teilweise etwas fühlte wie ein Japaner auf Europarundreise – von einer Attraktion zur nächsten gehetzt. Einziger Wehrmutstropfen war der spät kassierte Ausgleich der Amateure.

[w+] PAOK Saloniki vs. Olympiakos Piräus am 20. September 2009

Gute alte Zeit

[w+] Bringen wir es schnell hinter uns. Wenn man in den letzten 10 Jahren nur zwei Spiele gegen den FCS04 gewinnt, geht man immer mit den geringsten Erwartungen in die Derbys. Das ist zwar traurig, aber über die Jahre passt man sich einfach an. Ist wie mit den Tieren die ins Wasser gingen, und die über die Jahrhunderte und –tausende Flossen bekommen haben, weil sie sich damit in ihrer neuen Umgebung besser zurecht finden können.

Und als Dortmunder weiß man eben, wie es sich anfühlt, immer und immer wieder gegen die Blauen zu verlieren. Das ist zwar eine große Scheiße, aber leider auch Realität. Und wenn ich dann sehe, wie unsere Mannschaft, die sich seit Ende der 90er ja auch stetig geändert hat, immer und immer wieder ängstlich und feige in diese Spiele geht, weiß ich auch nicht, wie sich das in Zukunft ändern soll.

Hier und da spielte unsere Mannschaft am Samstag ganz passabel, ohne aber den letzten Biss zu haben. Und unser Sturm bringt mich irgendwann noch ins Grab. Dieses ganze Stolpern und Gerumpel der Herren Valdez und Zidan ist für mich nicht auszuhalten. Sicherlich ackert Nelson wie bescheuert, aber was ein „Er bemühte sich stets“ in Wirklichkeit bedeutet, weiß ja wohl jeder. Und die Spielweise eines M. Zidan würde ich am liebsten aus ihm rausprügeln. Wer so tricksen will, muss auch die nötigen Zahlen vorweisen können. Es tut mir leid, dass ich jetzt anfange, einzelne Namen anzusprechen, aber irgendwann reicht es selbst einem so geduldigen Menschen wie mir. Mit ein wenig Pech hätten wir den siebten Spieltag auch auf einem Abstiegsplatz beenden können. Und wenn in den nächsten Wochen nicht irgend etwas Grundlegendes geändert wird, kommen wir auch dorthin. So traurig das auch ist.

Für mehr habe ich jetzt einfach keinen Bock, denn so sehr man sich an die Niederlagen gegen die Blauen auch gewöhnt hat, so schmerzen sie doch immer wieder…

[w+] Zweite Runde im DFB-Pokal in Karlsruhe, es gibt wahrlich schlechtere Lose – auch wenn ich mich am Abend der Auslosung nicht sonderlich drüber gefreut habe. Sei’s drum, gefahren werde musste trotzdem. Und da Pokalspiele bei mir immer eine gewisse Anspannung erzeugen, gestaltete sich meine Hinfahrt im TU-Bus nicht sonderlich spannend. Es war ein Mix aus Pennen, aus dem Fenster starren, dösen, wieder raus starren, usw. Auch wenn ich jetzt schon ein paar Jährchen auf dem Buckel habe, sind Pokalspiele immer wieder etwas besonderes für mich. Ein Spiel entscheidet über Weiterkommen oder Ausscheiden. In der Liga kann man Niederlagen immer noch wettmachen, im Pokal nicht. Und da ich im Finale 2008 Blut geleckt habe, will ich da unbedingt noch einmal hin. Und ich bin sicher, dass es dieses Mal nicht so lange dauert.

Bei Ankunft in Karlsruhe, wo es unsagbar schwül war, ging es nach einer kurzen Stippvisite am Fanbulli auch ins Stadion. Eine Humba direkt vor dem Gefährt in badischem Akzent war dann doch des Guten eindeutig zuviel. Bei Betreten des Stadions ging mir schon wieder der Hut hoch. Penible Kontrollen bis zum Gehtnichtmehr und Verbote von Zaunfahnen – könnten schließlich das Fernsehbild stören. Nachdem ich dann die Treppen zum Block rauf geschafft hatte, musste sich jeder noch einer zweiten überkorrekten Kontrolle unterziehen, wenn man den Block zur Verrichtung der Notdurft oder weswegen auch immer, noch einmal verlassen musste, wurde man beim Betreten, dreimal dürft Ihr raten, noch einmal kontrolliert. In der Halbzeit dann komischerweise nicht mehr. Wo liegt denn hier der Sinn begraben, Ihr badischen Volltrottel?

Naja, genug aufgeregt. Der Gästeblock war erfreulich gut gefüllt und auch die Stimmbänder der Anwesenden hatten scheinbar Bock, denn die kompletten 90 Minuten gefielen mir recht gut. Für einen Dienstagabend und den Karlsruher Gästeblock war das wirklich gut. Nicht falsch verstehen, den Gästeblock im Wildparkstadion finde ich richtig gut. Nicht so ein steriler Eckblock in einer grauen Arena, sondern ein Gästeblock der alten Schule. Wer weiß, wann diese Spezies gänzlich ausgestorben sein wird.

Aber auch die Heimkurve, äh Gegengerade legte gut los und konnte mit einer schicken Pokalchoreographie überzeugen. Und auf dem Platz legten unsere elf Borussen auch einen guten Auftritt hin, ließen sie doch von der ersten Minute keine Zweifel aufkommen, wer hier die nächste Runde erreichen wird. Ein deutliches und nie wirklich gefährdetes 3:0 sprang am Ende heraus. Wollen wir hoffen, dass durch diesen Sieg wieder Selbstvertrauen getankt werden konnte, um das morgige Derby erfolgreich zu gestalten.

Der Rückweg im Bus, welche um 03:30 Uhr am Dortmunder Busbahnhof endete, können wir gekonnt in die Kategorie Spaß einordnen. Nicht nur freudetrunken enterte ich dann unsere Kajüte und fiel in die Koje.

Heute gehen mal wieder Grüße raus, und zwar an die Vögel aus Karlsruhe, die sich den Abend bei Kaffee und Brötchen vertrieben. Guten Hunger und hoch die Tassen!

Unentschieden in Hannover

[w+] Auswärts in Hannover, das verspricht immer eine recht langweilige Hinfahrt, eine gute Stimmung im Gästeektor und eine lustige Rückfahrt. So sollte es auch dieses Mal kommen. Eigentlich könnte der Bericht auch schon hier enden, aber ein paar Details will ich Euch schon noch liefern.

Im Vorfeld der Partie teilten uns die Ultras Hannover mit, dass sie eine Schweigeminute für ein kürzlich verstorbenen Fan, der in der Szene der 96er recht bekannt war, durchführen wollen. Sie fragten, ob wir uns beteiligen wollen, was für uns eine Selbstverständlichkeit bedeutet. Also versuchten wir anderthalb Tage vor dem Spiel, die Fanschar zu informieren und hofften, dass der komplette Gästebereich mitziehen und die erste Minute schweigend verbringen würde. Bei 6.000 Dortmundern ist dies natürlich nicht ganz leicht und ein paar Beschmierte konnten es natürlich nicht deuten, wenn ein ganzes Stadion schweigt und vor der Heimkurve Trauerbanner hängen. Aber bei gewissen Spezies habe ich die Hoffnung längst aufgegeben. Zum Glück war dies nur eine Minderheit, so dass wir uns dennoch bei den meisten für das Verständnis und die Unterstützung bedanken möchten. Ausdrücklich nicht bedanken wollen wir uns beim Ordnungsdienst der 96er, denn die haben am Eingang ein Gedenkspruchband auf Tapete verboten, könnte ja brennen. Dann dürften in Zukunft auch keine Servietten mehr an den Imbissbuden liegen, keine Werbeflyer verteilt werden und und und. Kranke Fußballwelt, am besten kommen gar keine Zuschauer mehr, die Stimmung wird voher auf Band eingesungen und dann abgespielt. Wäre echt besser, dann könnten wir Fans, die diesen Fußball zu dem machen, was er ist, einfach nur noch am Tresen in der Kneipe stehen und saufen, damit diese ganze Fußballscheiße besser zu ertragen ist. Meine Fresse!

Nach der Schweigeminute setzte dann auch sofort die Unterstützung für unsere Mannen ein – wie gewohnt sehr stark in Hannover. Leider schafften wir nicht die Leistung des Vorjahres, aber für den ersten wirklich überzeugenden Auftritt in dieser Saison hat es endlich gereicht.

Das Geschehen auf dem Platz habt Ihr entweder gesehen oder längst nachgelesen, da will ich Fußballlaie nicht noch mit meinen Halbwahrheiten umherschießen. Ist glaub ich auch besser so, denn für die Augen war es defintiv nichts.

5Zur zweiten Halbzeit prangte dann das Spruchband Fußball ist kein KINDerspiel, 50+1 muss bleiben! Dieses Spruchband war natürlich von Hannover im Vorfeld verboten worden, schließlich duldet man keine Kritik am Präsidenten und Fußballvisionär Martin Kind. Doch pfiffig wie wir nunmal sind, gelangte es doch vor den Block. Dies verwunderte die etwas dümmlich wirkenden Ordner so sehr, dass sie uns beim Verlassen des Stadions fragten, wie wir das denn gemacht hätten. Wir dachten uns, dass es das beste wäre, wenn wir sie einfach dumm sterben lassen und sagten einfach nichts. Dumm geboren und irgendwann dumm sterben, wenigstens eine Konstante im Leben.

Nach dem Spiel schlenderten wir gen Bahnhof , deckten uns beim Penny mit reichlich Proviant für den Rückweg ein und nahmen um 19:15 Uhr den Zug in die Heimat. Abends am 19.09.2009 noch ein paar Bierchen in der Stube kredenzt und irgendwann nach hause.

Hibernian FC vs. Brechin City

[B] Diesmal hatte es mich in den Norden der schottischen Hauptstadt zu Hibernian FC getrieben. Im heutigen League-Cup-Spiel traten die als Hausherren (die Hibs) gegen die unterklassige Mannschaft von Brechin City an. Früher konnten sich die schottischen Teams neben dem Scottish Cup auch über den League Cup für den UEFA-Cup qualifizieren. Leider wurde dieser Modus geändert und so hat dieser Wettbewerb etwas an Attraktivität verloren. Nichtsdestotrotz wollte ich mir das Stadion und die dortige Fanszene auch einmal anschauen.

League Cup 2. Round: Hibernian FC – Brechin City 3:0

Das Stadion an der Easter Road liegt im Stadtteil Leith. Bekannt wurde dieser Ort durch das Buch und den Film „Trainspotting“ des Hibs-Fans Irvine Welsh. Auch die die Band „Proclaimers“ („And I would walk 500 miles…“) sind Fans von Hibernian FC. Dieses Lied wird nach jedem Tor der Hibs auch im Stadion eingespielt. Sowohl beide Hintertortribünen als auch die Westtribüne sind renoviert bzw. neu gebaut. Die Osttribüne ist noch ein Schätzchen aus alten Tagen. Hier stehen viele Anhänger der Hibs die man durchaus als aktive Fanszene bezeichnen kann. Das Stadion bietet Platz für ca. 17.500 Personen, heute waren etwas mehr als 7.000 Besucher vor Ort. Besonders anzumerken ist, dass das fast das gesamte Stadion (Stahlträger, Dach, Sitze…) in den Vereinsfarben (grün-weiss) gehalten ist.

Zum Spiel kann man eigentlich nicht viel sagen. Hibernian beherrschte das Spiel von der ersten bis zur letzten Minute und ging als absolut verdienter Sieger vom Feld. Wenn das Spiel 6:0 ausgegangen wäre hätte sich auch niemand beschweren können. Von daher kann man den Hibs also nur mangelnde Chancenauswertung vorwerfen.
Die Gäste tauchten während des gesamten Spiels nur zweimal vor dem gegnerischen Tor auf. Zuerst mit einem Schuss aus ca. 25 Metern der das Gehäuse der Hibs weit verfehlte und anschliessend mit einen Torschuss, den man bestenfalls als Rückgabe zum Torwart bezeichnen kann.

Der Gästeanhang war mit ca. 20 Personen vertreten, die Mitgereisten mussten aber auch sofort bei Spielbeginn einsehen, dass für ihr Team heute nichts zu holen war. Von daher verstummten die  Anfeuerungsrufe aus dem Gästebereich sehr schnell.

Von der oben bereits erwähnten Osttribüne (auf der die Zuschauer über die gesamte Dauer des Spiels standen ohne von einem Ordner zum hinsetzen aufgefordert zu werden!) konnte man ab und an vereinzelte Gesänge der Hibs-Anhänger vernehmen, richtige Stimmung kam aber nicht wirklich auf.

Trotzdem werde ich zum nächsten League-Cup-Spiel Ende September wieder vor Ort sein, da ich ein paar Hibs-Fans kennengelernt habe. Die Jungs sind Mitglieder des „Hibernian Supporters Club“ der eigene Räumlichkeiten (Versammlungsraum, Kneipe usw.) in direkter Nähe des Stadions betreibt. Hier wollen wir uns vor dem Spiel auf einen „Pint“ treffen, ich bin mal gespannt…

Mal das Zepter in die Hand nehmen

[dts98] Der BVB spielt morgen in Hannover und kämpft um drei Punkte, die den eher mäßigen Saisonstart in ein besseres Licht rücken sollen. Für dieses Unterfangen benötigt die Mannschaft unsere lautstarke Unterstützung, die sie auch bekommen wird. Wer die letzten Jahre mit in Hannover war, weiß, dass wir dort immer den Ton angegeben haben. Dies soll auch morgen so sein.

Nicht aber in der ersten Minute. In dieser wollen und werden wir eine Schweigeminute der Szene Hannover respektieren und unterstützen, die einem kürzlich verstorbenen Mitglied der dortigen Fanszene gilt. Wir möchten alle im Niedersachsenstadion anwesenden Borussen bitten, diese Schweigeminute ebenfalls zu respektieren. In solchen Momenten muss die sportliche Rivalität einfach ruhen! Vielen Dank!

[B] Da es mich zur Zeit beruflich nach Schottland verschlagen hat ist es mir momentan leider nicht möglich die Spiele des BVB im Stadion zu verfolgen. Was macht man also: Man begibt sich auf die Suche nach „Ersatzdrogen“. Vorweg kann ich aber sagen, dass diese „Ersatzdrogen“ lange nicht so gut wirken… aber besser als nix! Und nach etwas Druck meines DTS-Kollegen W+ möchte ich nun an dieser Stelle von meinen Spielbesuch berichten:

Europa League-Qualifikation: Heart of Midlothian – Dinamo Zagreb 2:0

An einem regnerischen Donnerstag Abend (typisch schottisches Wetter eben) machte ich mich direkt nach der Arbeit auf den Weg in Richtung Tynecastle im Westen der schottischen Hauptstadt Edinburgh. Das Wetter hatte sich der Stimmung vieler Heimfans angepasst, da die Hearts das Hinspiel in Zagreb mit 4:0 verloren hatten und eigentlich niemand mit einem Wunder rechnete.

Das Tynecastlestadium ist ein enges und schönes Stadion und bietet Platz für ca. 17.500 Leute, hiervon waren aber am heutigen Abend (sicherlich auch aufgrund des Hinspiels) nur knapp 12.000 besetzt.

Trotz der aussichtslosen Situation legten die Schotten los wie die Feuerwehr und erarbeiteten sich eine gute Chance nach der anderen. Dinamo konnte froh sein, dass es zur Halbzeit nur 1:0 stand. Die Kroaten hatten sich anscheinend gedanklich auf ein Schaulaufen eingestellt, anders kann man die Leistung nicht deuten. Auch in der zweiten Halbzeit bestimmten die Hearts das Spiel und legten ein weiteres Tor nach. Nun merkten auch die Dinamo-Spieler, dass die Sache hier nicht allzu einfach wird und leisteten Gegenwehr, mehr als ein Pfostentreffer kam dabei aber nicht heraus.

Das „Wunder von Edinburgh“ war zum greifen nahe, denn auch die die Hearts brachten einen Latten- und einen Pfostentreffer zustande, zudem wurde den Schotten ein (klarer) Elfmeter nicht gegeben. Letztendlich qualifizierte sich Dinamo aufgrund der guten Leistung im Hinspiel verdient für die Gruppenphase.

PICT0073Der Gästeanhang liess sich zum Glück nicht von der Leistung seiner Mannschaft anstecken und bot eine imposante Leistung. Die Jungs von BBB (die wie ich erfahren habe momentan bei Heimspielen streiken und auswärts richtig Gas geben) stimmten viele abwechslungsreiche und laute Gesänge an. War schon ordentlich!

Auch die Heimfans zeigten eine beachtliche Leistung, nach dem 2:0 drehte das ganze Stadion durch und peitschte die Mannschaft lautstark nach vorne. Ob alt oder jung, alle erhoben sich von den Sitzen und unterstützten ihr Team Interessant finde ich, dass überall im Stadion Hinweistafeln hängen, dass eine Beschimpfung des Gegners von Seiten des Vereins nicht geduldet wird. Mit Anpfiff scheinen diese Hinweise aber keine Bedeutung mehr zu haben, denn niemand scheint sich für diese Vorgaben mehr zu interessieren. Es wurde im Verlauf der gesamten 90 Minuten gegen die Kroaten gepöbelt was der Wortschatz hergab!

Nach dem Spiel wurden die Spieler der Hearts mit lauten Applaus in die Kabinen verabschiedet. Hätten die Jungs eine ähnliche Leistung im Hinspiel gezeigt hätte ich wohl noch zu ein paar EL-Spielen gehen können…

Hmmm…

[w+] Die Bayern waren da. Zwar erst mit etwas Verspätung, aber dafür haben sie unsere Elf noch richtig einen verpasst. Was bleibt nach dem 1:5? Die Erkenntnis, dass an vielen Ecken in der Mannschaft noch ordentlich gefeilt werden muss, damit die Saison kein böses Ende nimmt.

Schon früh befand ich mich an diesem Samstagmorgen in unserer Kneipe, in der anfangs noch nicht allzu viel los war, aber hinterher doch wieder sehr gut besucht war. Leider vermisse ich vor den Spielen viele ältere Gesichter. Rafft Euch auf und kommt vorbei – es gibt schlimmeres als der eigene Laden! Als wir noch mit relativ wenigen Leuten vor Ort waren, betrat ein etwas hektischer Zivilbeamter den Laden und unterrichtete uns über die Tatsache, dass die Schickeria auf dem Weg zur Stube sei. Nee, ist klar. Kurz darauf standen dann auch glatt neun Wannen vor der Tür und mit ihnen natürlich eine Heerschar von Polizisten, die aber relativ entspannt waren. Kurze Zeit später sagt der eine zum anderen „Falscher Einsatz“ und schneller als man gucken konnte waren die Wagen auch schon weg. Nur die obligatorischen zwei Wannen blieben um der Ecke stehen. Komische Sache, aber witzig. Es wird im Endeffekt so abgelaufen sein, dass sich Schickeria-Menschen nach der Ankunft am Dortmund Hauptbahnhof in Anwesenheit der Staatsmacht einen Spaß erlaubt haben und gesagt haben, dass sie jetzt zur Stube gehen werden. Die Grünen natürlich sofort in Hektik und schon hatten wir den unerwünschten Besuch. Das natürlich keine prügelnde Horde Münchner bei uns auftauchte ist eigentlich müßig zu erwähnen. Einfach mal entspannen, dann weiß man bestimmte Dinge auch richtig einzuschätzen.

Wir machten uns zu gewohnter Uhrzeit auf den Weg und schlenderten Richtung Westfalenstadion, welches nach kurzer Diskussion mit dem Ordnungsdienst über ein Spruchband auch betreten werden konnte. Einfach unerträglich wie sich mancher Oberordner in seiner vermeindlichen Kompetenz aalt. Die restliche Zeit wurde nun mit den üblichen Heimspielaktivitäten verbracht, die ich Euch nicht zum x-ten Mal vorsetzen mag.

Die Gäste aus München reisten heute nicht so zahlreich an wie man das eigentlich von ihnen gewohnt ist, dafür saßen in den Südecken vereinzelt Bayernfans, die hier und da für Ärger sorgten. Warum der Verein es nicht schafft, diese Vermischung in den Heimblöcken zu vermeiden, ist mir schleierhaft. Ein simpler Aufdruck „Zutritt in gegnerischer Fankleidung nicht erlaubt“ (oder so ähnlich) auf den Karten reicht einfach nicht aus. Es muss durch die Ordner auch umgesetzt werden.

Die Südtribüne ließ sich zu Beginn von der wirklich starken Leistung auf dem Platz anstecken. Die erste halbe Stunde war wirklich richtig geil, das kann ich mit Fug und Recht behaupten. Danach wurde es aber mit den Gegentoren immer schlechter, bis das 1:3 uns dann wirklich verstummen ließ. Fortan herrschte ein wirklich komische Atmosphäre im großen Kasten Westfalenstadion. Es war einfach nur still. Große Teile verließen nach dem vierten Gegentreffer das Stadion, die, die noch ausharrten, schwiegen. Keine Pfiffe, kein Gepöbel, einfach nichts. Die Bayern gegenüber feierten nun natürlich, ohne aber vollends abzudrehen. Was soll man auch machen, wenn man einfach nur satt und überfressen ist. So will ich nie werden. Dann lieber ewig im grauen Mittelfeld rumtigern. Was mich dann aber wirklich irritierte war der Applaus der Süd nach dem Spiel. Der war nicht höhnisch, der klang nach Anerkennung. Ich bin auch immer einer der letzten, der gegen die Mannschaft pfeift oder meckert, aber wenn nach der höchsten Heimspielpleite seit Ewigkeiten kein Pfiffe und Gepöbel aufkommen, wann dann? Alles sehr komisch. Aber was ist in Dortmund schon normal?

Nach dem Spiel guckte ich in viele fragenden Gesichter. Wie konnte es zu so einer Demontage kommen? Die erste halbe Stunde war doch richtig gut. Es wusste keiner. Aber diese Leistung macht alle zwei Wochen vor dem Derby schon ein bisschen nervös. Wollen wir hoffen, dass die Spiele gegen Hannover und Karlsruhe, die keineswegs unwichtig sind, dafür genutzt werden können, um wieder Selbstvertrauen zu tanken und die Abwehr zu stabilisieren.
Um viertel vor sechs setzten wir uns dann in Bewegung, um die Sektion SV in Empfang zu nehmen und anschließend den gewohten Gang in die Szene-Lokalitäten anzutreten. Später am Abend tummelten sich noch recht viele bekannte Gesichter auf der 90er-Party im neuen FZW, wo der Abend beziehungsweise die Nacht dann bei einem ordentlichen 1:5-Suff ausklang. Das neue FZW ist eigentlich ganz allright, nur den Getränkeausschank müssen die Betreiber noch optimieren. Die Massen, die teilweise ewig auf Nachschub warten mussten, waren doch etwas genervt.

[w+] Heimspiele der Amateure sind in der Regel sehr angenehme Abwechslungen zum Ligaalltag der ersten Bundesliga. Gespielt wird in der Roten Erde, die Atmosphäre ist entspannter und die 90 Minuten können auch mal gepflegt mit einem Pläuschen verbracht werden. Normalerweise! Kommt aber mit der SG Dynamo Dresden ein Gast nach Dortmund, drehen die Sicherheitsbeauftragten komplett am Teller und das Spiel wird ins Westfalenstadion verlegt, was den Genuss von besagten Amateurheimspielen erheblich schmälert.

Nun gut, anschauen wollte ich mir den Kick natürlich trotzdem und so ging es um 13 Uhr auf zur Strobelallee. Als ich grade das Stadion betrat, hörte ich aus dem Hintergrund Gesänge und Gepöbel, Ultras Dynamo mit den Freunden von Red Kaos Zwickau waren grade angekommen. Augenzeugen berichten von einem Mob der größtenteils rotzbesoffen zum Gästeeingang torkelte und mit „wilden“ Beleidigungen die verhassten Wessis eindeckte. Mal ein Kontrast zum allgemeinen Trend in deutschen Ultrasgefilden. Die Wirkung nach außen verbessert so ein Auftritt natürlich nicht, aber das ist den Dynamos bekanntlich schnurz.

Im Stadion nahm ich auf der Gegentribüne Platz, von wo aus ich einen guten Blick auf Spielfeld, Südtribüne und Gästeblock hatte. Ich glaube, wenn ich irgendwann mal alt bin und nicht mehr auf der Süd stehen will oder kann, würde ich glaub ich gerne dort sitzen. Richtig gute Plätze. Die Süd legte ganz gut los, ohne aber Bäume auszureißen. Die Leistung wurde nach und nach immer lethargischer und verstummte irgendwann ganz. Die Gäste waren ganz ok, wenngleich mir dieses ewige Ost-West-Thema der Sachsen mächtig auf den Zeiger geht. Da gröhlen irgendwelche Spasten was von DDR und eigenen Staat gründen, die zur Wendezeit allerhöchstens in die Windel geschissen haben, wenn sie überhaupt schon auf dieser Welt waren. Lächerlich! Genauso komisch wirkte auf mich, dass nicht grade selten, die in rot gut erkennbaren Zwickauer aktiver im Block waren als ihre gelb-schwarzen Freunde. Aber das kann mir echt egal sein.

Auf dem Platz standen sich an diesem Sonntagnachmittag Not und Elend gegenüber. Welche Mannschaft welchen Part einnahm, kann ich bis heute nicht sagen. Übler Kick, den unsere Amas am Ende mit 1:0 für sich entscheiden konnten. Wenigstens konnte der zweite Dreier eingefahren werden.

Irgendwann in der zweiten Halbzeit tauchte dann im roten Bereich des Gästeblocks eine 8 Jahre alte Fahne der DES99 auf, die damals bei einem Testspiel unserer Borussia bei Chemie Leipzig gezockt wurde. Warum es auf einmal zum Trend wird, Fahnen mehrmals zu zeigen, entzieht sich meiner Kenntnis, denn RK hat diese bereits einmal vor ein paar Jahren bei sich gezeigt. Dieses ganze Gezocke und den dicken Max markieren geht mir eh auf den Zeiger, aber das Rad ist wohl nicht mehr zurückzudrehen. Aber wer es braucht. Bei gewissen Gegnern kann ich das nachvollziehen, aber bei Clubs die mir echt latte sind, nervt es einfach nur noch.

Nach dem Spiel ging es dann wieder in die Heimat und der Sonntag wurde typisch verbracht – nämlich mit Gammeln.

[w+] So, bevor es ganz in Vergessenheit gerät, will ich schnell die Tour mit der Zweiten nach Jena zusammenfassen. Es ist nicht allzu viel passiert, aber dennoch will ich der Vollständigkeit halber ein paar Zeilen in den Blog klatschen.

Zur Mittagszeit machte sich ein pickepacke voller Bus mit Liebhabern der Amateure auf nach Thüringen. Die Fahrt verlief bei DVD und zum Teil skurriler Musik recht kurzweilig. Kurz vor Jena traf sich unser Bus noch mit vier, fünf Autobesatzungen auf einem kleinem Autobahnparkplatz, um die letzten Meter nach Jena gemeinsam anzutreten. Nachdem wir dann von der Autobahn die atemberaubende sozialistische Einheitsykyline von Jena-Laubeda bestauen durften – jedes Mal aufs Neue ein Hochgenuss – schlengelte sich unser Bus dann zum Ernst-Abbe-Sportfeld durch. Komischerweise erreicht man den Gästeparkplatz nur, indem man direkt vor dem Eingang der Heim(halb)kurve herfährt. Für uns war es jetzt nicht sonderlich prekär, auch wenn ein ostdeutsches Wendeopfer im GE-Shirt doch sehr um unsere Aufmerksamkeit bettelte. Aber alles nicht sonderlich wild. Bei Brisanzspielen dürfte diese Zufahrt sicherlich interessanter sein als an diesem Mittwochabend.

jenaNachdem dann alle die doch sehr peniblen und übertriebenen Kontrollen am Gästeblock passieren konnte, sammelten sich circa 200 Anhänger des schwarzgelben Ballspielvereins hinter den bekannten Amateurfahnen, um dann auch quasi zeitgleich mit der Führung Vollgas zu geben. Die Choräle für unsere kleinen Helden ebbten fortan auch nicht mehr ab, allerdings wünsche ich mir hier und da doch etwas mehr Bezug zum Spielgeschehen. Nichts gegen langanhaltende Gesänge, aber der ein oder andere Schlachtruf wäre nicht schlecht gewesen. Dennoch präsentierte sich die Dortmunder Anhängerschar für einen Mittwochabend außerhalb der Ferien ziemlich gut. Was man von der Heimseite nicht wirklich behaupten kann. Diese beschränkte sich auf schätzungsweise 150 Leute, die zwar durchgehend am Teller drehten, aber den Rest der Kurve nicht einbeziehen konnte. Und darin liegt für mich die Kunst guter Gruppen.

Das Spiel ging leider nach der frühen Führung verloren, wobei ich sagen muss, dass wir es uns selber ankreiden können. Bis zum Strafraum läuft der Ball eigentlich immer ganz ordentlich, nur ab dieser Grenze spielt unsere Elf viel zu umständlich. Es ist mir schleierhaft, dass das nicht abgestellt werden kann, denn diese Spielweise beobachtete ich nicht das erste Mal in dieser Saison. Wollen wir mal hoffen, dass uns dieses Manko nicht irgendwann zum Verhängnis wird.

Nach dem Spiel tummelte sich der Haufen noch ein Weilchen auf dem Gästeparkplatz, schnackte noch ein wenig untereinander und schoss zum Abschluss noch ein nettes Gruppenfoto aller Szenemenschen. Anschließend ging es wieder in den Bus und auf die Heimfahrt, die sich sehr amüsant und kurzweilig gestaltete. Nach und nach wurden alle alten Kurven- oder Bushits aus der Mottenkiste gekramt, was sicherlich nicht nur mir enorm viel Freude bereitete.

Irgendwann nach 2 Uhr in der Nacht erreichten wir dann wieder die geliebte Heimat und ich machte mich sogleich auf den Weg gen heimisches Bett. Abgesehen vom Sport eine sehr gute Tour.

Auf geht’s Amateure!

PS: Wer Fehler egal welcher Art findet, kann diese ruhig behalten. Zum Spiel gegen Dynamo kommt auch noch was, keine Sorge!

[w+] So, mit ein paar Tagen Verspätung will ich schnell den Frankfurt-Bericht nachliefern. Aufgrund des Aufeinandertreffens zum Ende der letzten Saison, hätte man meinen können, dass das Auswärtsspiel am vergangenem Samstag zum heißen Tänzchen werden könnte. Am Ende war es ein gelangweilter Discofox, denn passiert ist nichts besonderes.

Der Dortmunder Zugfahrerhaufen setzte sich um 07:45 Uhr in doch leicht enttäuschender Quantität vom Dortmunder Hauptbahnhof in Bewegung, um über Köln und Gießen in die hessische Metropole einzufahren. Bis auf das Chaos am Baustellenbahnhof Gießen verlief die Anreise vollkommen entspannt und unspektakulär. Auch die Ankunft am Frankfurter Bahnhof war recht unspannend. Hinter den Polizeiketten standen ein paar Frankfurter, die aber auch mehr gafften und sich armeverschrenkend postierten. Wir wurden zu einer S-Bahn gebracht, die uns zum Frankfurter Waldstadion kutschieren sollte. Für die dortige Ankunft hatten unsere „Freunde und Helfer“ den Bahnhofsvorplatz weiträumig geleert und so waren nur in sicherem Abstand ein paar pöbelnde Gastgeber hinter Polizeiketten erkennbar. Sicherlich kein schlechter Haufen, aber die Schmährufe in unsere Richtung waren doch eher der Schublade mit der Aufschrift „Peinlich“ entnommen.

Wir wurden im Polizeikessel durch den Wald zum Stadion geführt. Bei Ankunft am Stadion wurde uns dann ein Feuerwehreingang geöffnet, weil der Vorplatz am eigentlichen Eingang nicht ordentlich gesichert werden konnte. Schließlich wäre dort eine Fantrennung nicht vollends gewährleistet gewesen. Wenn Ihr mich fragt, wurde da schon ein bisschen übertrieben. Aber gut. Die Kontrollen waren kleinlich und zogen sich ganz schön in die Länge. Zum Block wurden wir erst geleitet, als der letzte vom Zugfahrerhaufen das Stadiongelände betreten hatte. Durch diese Prozedur verschob sich unsere Ankunft am Block auf kurz nach drei, was eigentlich kein Problem ist. Aber da die Frankfurter wie so manch anderer Bundesligaverein vor dem Betreten des Blocks noch eine weitere penible Kontrolle setzt, wäre es nicht sicher gewesen, ob alle circa 400 Leute zum Spielbeginn im Block gewesen wären. Außerdem wurden wir an dem Seiteneingang ja schon gründlich untersucht. Warum die uns zum Block leitende Polizei den Ordnungskräften nicht sagt, dass eine weitere Kontrolle völlig sinnlos ist, weiß ich nicht. So kam es wie es kommen musste, von hinten wurde gedrückt, die ersten Leute wurden somit an den Ordnern vorbeigeschoben und diese ließen die Situation dann kurzfristig eskalieren. Da ließ sich die anwesende Polizei natürlich nicht lange bitten und ließ das Pfefferspray sprechen. Teilweise bekamen Leute dieses üble Zeug aus kürzester Entfernung direkt in die Augen gesprüht. Auch einer unser Fanbetreuer, der die Situation beruhigen wollte, bekam einen ordentlichen Schwall ab. Die anschließenden Behandlungsmaßnahmen zogen sich dann teilweise bis zur Halbzeitpause hin. Vielen Dank an dieser Stelle all denjenigen, die sofort Hilfe geleistet haben.

FFM1Irgendwann waren dann mehr oder weniger alle im Block und der eigentliche Grund, die Unterstützung unserer magischen Borussia, konnte beginnen. Diese gestaltete sich über die 90 Minuten gesehen sehr wechselhaft, denn das Spiel auf dem grünen Rasen verzweifelte wohl nicht nur mich. Im Großen und Ganzen war es schon ok, aber an die teilweise genialen Auftritte der letzten Saison konnten wir nicht ansatzweise anknüpfen. Da kommt wohl nicht nur die Mannschaft schwer aus den Puschen. Mund abputzen und ab sofort wieder besser machen.

Das Spiel werde ich nicht weiter beleuchten. Einzig die Tatsache, dass bis zum Spiel gegen die Bayern noch einiges getan werden muss, um gegen Robben, Ribery und Co. nicht baden zu gehen, blieb nach den 90 Minuten. Wir können von Glück reden, dass wir den einen Punkt am Ende behalten durften, denn eine Niederlage wäre sicherlich nicht unverdient gewesen.

Die Heimtribüne hat sich im Gegensatz zu den letzten Spielen gegen uns, wieder ein wenig verbessert, ohne aber an die wirklich guten Leistungen zu Beginn dieses Jahrtausends anknüpfen zu können. Zur zweiten Halbzeit „rächten“ sich die heimischen Ultras für die gezockte Fahne vom Rückspiel der letzten Saison. So zeigten sie mit dem Wiederanpfiff ein recht imposantes Banner mit der Aufschrift „Mit uns ist nicht gut Schnitzel essen“, welches auf ein Aufeinandertreffen beim letzten Spiel andeutete. Nach gefühlten zehn Minuten ging das Banner dann wieder runter und dahinter blinzten ein paar BVB-Schals und ein TU-Doppelhalter, der allerdings schon einmal vor zwei, drei Jahren bei der UF97 am Zaun hing. Für uns gab es nach Spielende zwei Theorien für diese nicht wirklich furchteinflößende Aktion. Entweder wollten uns die Frankfurter zeigen, wie lächerlich unsere Aktion war oder aber es war der verzweifelte Versuch, sich sein knallhartes Image zu erhalten. Was es letztlich war? Keine Ahnung. Ich hoffe, dass sich damit der sinnlose Disput mit Frankfurt erledigt hat. Denn mal ganz ehrlich: Was juckt mich die SGE?

Nach Spielende ging es für mich aufgrund etwas fieser Darmproblemchen mit dem Auto zurück. Eigentlich sollte der Abend dann ganz ruhig auf der Couch ausklingen, was aber überraschenderweise nicht ganz funktioniert hat. Wir brachten noch schnell Mühle nach hause, der abends noch auf eine Party in die Nordstadt wollte. Da er noch auf seinen Bruder warten wollte, bat er uns noch auf ein Bierchen mit rein. Madame und ich natürlich gerne angenommen, wobei meine Angetraute noch fahren musste. Nachdem die beiden Mühles dann die Party irgendwann aus dem Terminkalender gestrichen haben, Ömmes mittlerweile auch mit am Tresen in der Partyscheune saß, eskalierte es bei diversen 5,0-Büchsenbieren doch noch recht stattlich. Tja, es gibt halt Leute, bei denen sich wohl nie etwas ändert…

Prost!

Amateure gegen Unterhaching

[w+] Bevor bei der Leserschaft Entzugserscheinungen einsetzen, will ich dagegen steuern und den Bericht zum Spiel der Amateure gegen die Münchner Vorstädter nachreichen. Da ich momentan Urlaub habe, kann es sein, dass die Berichte etwas später kommen, als gewohnt. Schließlich muss ich mich ja auch adäquat entspannen.

Am Freitag ging es nach der Arbeit nach hause und kurz darauf auch schon mit meinen beiden Lieblingsnachbarn zur Roten Erde, die sich an diesem Abend mit knapp 1.500 Zuschauern füllen sollte. Wäre ein interessanter Gegner zu Gast gewesen, wären es sicherlich noch ein paar mehr geworden. Der Block H auf der Haupttribüne füllte sich ebenfalls sehr gut und schmetterte mit dem Anpfiff seine Lieder gen Spielfeld. Anfangs noch etwas zaghaft und verkrampft, so kam es mir zumindest vor, lockerte sich das ganze nach dem Rückstand und die Unterstützung lehnte sich mehr am Spielgeschehen an, was mir mehr zusagt als wenn beide Elemente nebeneinander herlaufen. Alles in allem kann man hier von einer guten Leistung auf den Rängen sprechen.

Die Gäste aus Unterhaching wurden nur von wenigen Zuschauern begleitet. Die knapp 15 ultraähnlichen Gestalten im Gästeblock sahen nicht nur alle gleich aus (beige kurze Hose und schwarzes Oberteil), nein sie verstanden es auch über die 90 Minuten absolut still zu bleiben. Auch sonst hörte man die vielleicht 40 bis 50 Gäste überhaupt nicht. Dafür durften sich die bayerischen Dorfdeppen über drei Punkte freuen.

Hätten sich unsere Amateure etwas cleverer angestellt, wäre sicherlich mehr drin gewesen. Aber die Aktionen vorm gegnerischen Tor waren allesamt viel zu kompliziert. Warum sucht man nicht einfach mal den direkten Weg zum Tor und lässt das unsinnige Kurzpassspiel sein und hört auf Haken um Haken zu schlagen. Diese Saison wird eine ganz besonders harte. Wollen wir hoffen, dass die Amas am Ende genügend Punkte auf dem Konto haben, die zur Sicherung des Klassenerhalts ausreichen.

Morgen wartet mit dem FC Carl Zeiss Jena auch nicht grade ein einfacher Brocken.

[w+] Dieses Spruchband von vor ein paar Jahren, ich glaube es waren die Karlsruher, kommt mir vor einer jeden Partie gegen den VfB Stuttgart in den Sinn. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie mag ich den Landstrich da unten nicht. Aber lassen wir das, nicht dass mir die Internetpolizei auf die Schliche kommt und mich aufgrund des Schürens von Hass auf komisch sprechende Landsleute Hopps nimmt.

 Nach einer Woche mit neun Gegentoren bot sich am Samstag für den BVB die Möglichkeit, die Wogen zu glätten und in ruhige Fahrwasser zu schippern. Das Unentschieden nach 90 Minuten geht zwar in Ordnung, aber dennoch hätte mehr bei rausspringen können wenn nicht sogar müssen.

Den Abend vor dem Spiel gönnte ich mir eine gehörige Portion Ruhe. Zwar wäre ich auch gerne mit der Zweiten nach Ingolstadt gefahren, aber meine restlichen Urlaubstage für dieses Jahr sind eher überschaubar als üppig vorhanden. So verpasste ich den ersten Sieg unserer Amateure in der dritten Liga, was mich kurzfristig überlegen ließ, den Spielen lieber fern zu bleiben, damit es nicht nur bei diesem einen Sieg bleibt. Wer sich für die Geschehnisse dieses Spiel interessiert, möge dies bitte beim Kollegen von Abgebloggt nachlesen.

Der Spieltagsmorgen verlief recht unspektakulär und eh ich mich versah, hockte ich auch schon im TU-Laden und brachte den Tonträger „Diffidati Con Noi“ unters Volk. Dieser Sampler ist beim kleinen Indi-Label „Diffidati Records“ erschienen, welches im Nürnberger Ultraslager einzuordnen ist. Zwar stehen wir den Glubberern aufgrund ihrer Freundschaft zu den Blauen nicht sehr positiv gegenüber, aber das Thema Stadionverbote eint Freund und Feind, so dass hier keine Bedenken bestanden, den Machern die Tonträger abzunehmen. Zumal die Verantworlichen die CDs zum Produktionspreis veräußerten und mit der Sache keinen finanziellen Gewinn erzielen.

Um kurz nach eins setzte sich unser Tross in Bewegung und schlenderte den gewohnten Weg an der Nordtribüne vorbei zum Südeingang an der Strobelallee. Hier und da spackten ein paar Gästeanhänger rum, ohne dass was wirklich nennenswertes passiert ist. Seit zwei, drei Jahren treten die Ultras rund um da Commando Cannstatt bei Auswärtsspielen in unserer schönen Stadt sehr merkwürdig auf. Nimmt man sie bei Spielen in Stuttgart eigentlich überhaupt nicht wahr, meinen sie auswärts wohl den dicken Max markieren zu müssen. Ich finds affig, aber mit einiger Mühe haben sie es ja in den letzten Jahren auch geschafft, sich die gewünschte Aufmerksamkeit bei Teilen der Dortmunder Szene zu erarbeiten. Und wo wir grade bei den Gästen sind, wollen wir auch schnell den Auftritt im Stadion abarbeiten. Im Gegensatz zu den letzten beiden Partien im Westfalenstadion postierte sich das CC wieder zentral im Gästestehbereich, was sich auf die Stimmung der Gäste positiv auswirkte und sie wieder einen Sprung nach oben, zumindest im Vergleich zu den letzten Jahren, machten.

bvbvfb1Auf der Heimseite ließ es sich auch ganz gut an. Alles in allem pendelte sich die Gesamtleistung deutlich über dem Durchschnitt ein und es erfreut mich mich jedes Mal aufs Neue, dass sowohl neue als auch alte Lieder gut von vielen auf der Süd angenommen werden. Einzig der Umzug der Jubos runter in unseren Bereich muss sich noch normalisieren. Die entstandene Lücke im oberen Bereich von Block 12 merkt man doch schon sehr. Aber ich gehe davon aus, dass sich diese über die kommenden Heimspiele auch wieder schließt und der Übergang von Block Drölf zum Oberrang auf beiden Seiten wieder besser funktionieren wird als zuletzt gegen den FC und den VfB.

Auf dem Platz ließ es sich nicht so gut an. Die sommerlichen Temperaturen waren wohl schuld daran, dass unsere Herren in der Devensive sehr oft ins Schwimmen geraten. Auch unser Torhüter konnte keine Glanznoten für seine Strafraumbeherrschung einheimsen, was er aber mit dem ein oder anderen Reflex wieder wettmachte. Da kommt jetzt unter der Woche noch eine Menge Arbeit auf das Trainergespann zu. In der Einleitung schrieb ich was davon, dass unser BVB auch hätte gewinnen können. Dies vereitelte allerdings ein grottenschlechtes Schiedsrichtergespann, was des Öfteren mit seinen Entscheidungen verkehrt lag. Auf beiden Seiten wohl bemerkt. Aber gut, daran kann man jetzt nicht mehr viel ändern und das Unentschieden ist auch eigentlich gerecht. Als wir dann in der Nachspielzeit noch eine Ecke rausholen konnten, explodierte das Stadion förmlich. Die komplette Süd, beide Ecken und weite Teile der Sitzplätze hatten sich kurz vor dem Abpfiff das Ziel gesteckt, den Ball ins Stuttgarter Tor zu brüllen. Leider gelang das nicht und der Schiri pfiff sofort darauf ab. Wenn es doch nur immer so knallen würde wie bei dieser Ecke, könnten alle anderen Stadien und Szenen einpacken, kein Witz.

Nach Abpfiff wurde das mittlerweile gewohnte Prozedere durchgeführt, was jetzt wahrscheinlich langweiliger klingt, als es letztendlich ist. Teile der drei Gruppen sammelten sich vor dem Büdchen und gingen dann den gewohnten Weg, um die ausgesperrten Weggefährten in Empfang zu nehmen. Dieses Mal gab es kein sinnloses Palaver mit der Staatsmacht und nach Überquerung der B1 konnten wir die Sektion Stadionverbot begrüßen.

Kommenden Samstag spielen wir bei der Frankfurter Eintracht. Gehen wir es an, drei Punkte und ein Sieg auf den Rängen plane ich fest ein. Wenn unsere Abwehrrecken mitmachen, können beide Punkte erfolgreich abgehakt werden.

Schuss vor den Bug

[w+] Nach dem Auftaktsieg vergangene Woche gegen den 1. FC Köln wartete am zweiten Spieltag gleich ein dicker Brocken auf unsere Elf. Der Hamburger Sportverein bat Samstag im Volksparkstadion zum Tanz, den unsere Kicker auch annahmen, aber leider dabei sehr hüftsteif wirkten. Da waren wohl einige in Gedanken am Tresen.

Die Deutsche Bahn bugsierte die Tagesausflügler der hiesigen Szene mit dem allseitsbeliebten Asi-Ticket in die Hansestadt, keine Ahnung wie viele wir letztendlich waren, denn am Hamburger Hauptbahnhof verlor sich der Haufen aus den Augen. Die Menschenmassen, anlässlich der Cyclassics und der Jungfernfahrt der „Queen Mary II“ angereist, waren schon beeindrückend. Radsport geht mir eh schon immer am Allerwertesten vorbei und die Queen Mary konnte ich aus dem Zug beim Einfahren in den Bahnhof begutachten. Zugegeben, ein imposanter Anblick. Wir schlengelten uns gekonnt durch die Reisenden und verschwanden schnell in der S-Bahn Richtung Stellingen. Leider haben wir völlig vergessen, uns wie üblich zu sammeln. Bisschen doof, aber in Hamburg jetzt auch nicht wirklich schlimm.

Bei schönstem Sommerwetter schlenderten wir zum Stadion und mit ein paar Leuten ging es noch in den Biergarten unweit des Gästeblocks. Dort galt es das Magenknurren abzutellen, was uns bei Wurst und anderen Leckereien auch ganz gut geland. Als ich dann das Stadion betrag galt es für mich noch schnell die Happy Hour im Volkspark auszukosten und zwei große Becher Wasser zum Preis von einem (faires Ding eigentlich) in mich reinzukübeln.

So, als die letzten Minuten bis zum Anpfiff auch noch über die Bühne gebracht wurden, konnte es auch schon losgehen. Und als es los ging, war die Suppe eigentlich auch schon gegessen. Ich kann mich nicht erinnern, je ein Spiel gesehen zu hahsvbvbben, dass nach einer Viertelstunde schon vorbei und entschieden war. Am Samstag war es das, denn da stand es schon 3:1 für den HSV. Völlig kranker Beginn. Zum Einlaufen schmiss der Gästeblock mit gelben Papierschnipseln und Krepppapierrollen um sich, was ein sehr schönes Bild abgab. Abgerundet wurde die Aktion mit einer kleinen Fahne vor dem Block, welches unser Vereinswappen umrandet von einem Ehrenkranz samt 100-Jahre-Banner zeigte. Leider ging die Fahne im Konfettiregen völlig unter, für kurze Zeit sah man nämlich im unteren Bereich des Stehplatzblocks seine Hand vor Augen nicht. Und als wir wieder was sahen, wünschten wir uns den Konfettiregen zurück. Die erste Viertelstunde war katastrophal, die Abwehr hätte wohl auch eine mittelmäßige F-Jugendmannschaft locker geknackt. Als der zwischenzeitliche Ausgleich gefallen war, dachte ich mir eigentlich noch, dass jetzt Ruhe einkehrt, aber denkste.

Dies drückte natürlich gewaltig auf die Stimmung, die für diesen Verlauf aber noch ok war und sich mit Hängen und Würgen in die Halbzeitpause rettete. Der Heimanhang ist mir nicht besonders in Erinnerung geblieben, was jetzt nicht grade für ihn spricht. Die zweite Hälfte begann bei uns dann mit einer „Jetzt-erst-recht“-Phase, in der große Teile der anwesenden Dortmunder mitgezogen werden konnte. Daumen hoch! Die Stimmbänder schnitt uns dann aber der vierte Gegentreffer endgültig durch und die Motivation war dahin. Zwischendurch gab es noch zwei, drei Soligesänge für die ausgeperrten Freunde und das war es dann auch. Schöne Scheiße. Die Gastgeber wachten erst richtig nach dem endgültig entscheidenen Treffer zum 4:1 auf. Vorher war ich echt enttäuscht, denn Hamburg konnte in den letzten Jahren definitiv mehr. Aber die Konstellation Stehränge und weit entfernte Gruppe im Ecksitzplatzblock im dritten Rang ist nicht meins. Einzig die Uffta nach dem Spiel war sehr beeindruckend und brachial laut. Hätte man diese Lautstärke und Geschlossenheit nur annähernd über die 90 Minuten gezeigt, hätte ich wohl einen der besten Auftritte einer Heimtribüne der letzten Jahre gesehen, aber so war das weder Fisch noch Fleisch.

Nach dem Spiel sammelten wir uns vorm Eingang und ab ging es zur S-Bahn. Dort befürchteten wir wieder das totale Chaos, welches die letzten Jahre immer die Szenerie rund um den Eingang zum Bahnhof beherrschte. Doch dieses Mal war es ganz anders. Kein Gedränge, keine panikartigen Ausbrüche, keine Schlägerein, einfach nichts. Fast schon langweilig. Im Hauptbahnhof war es dann immer noch brechend voll, so dass die Suche nach Nahrungsmitteln etwas wirr verlief, aber letztendlich doch noch erfolgreich beendet werden konnte. Dann im Metronom nach Hannover schnell noch einen Sitzplatz ergattert und schon konnte die Rückfahrt beginnen, die anfangs nur von drei nervigen Hamburgern gestört wurde, denen wir offenbar die Plätze weggenommen hatten, als sich einer von ihnen auf dem Klo befand. Deutliche Worte beendeten dann das Genörgel und es konnte sich dann doch noch ganz annehmbar unterhalten werden. Warum nicht gleich so?

Nächste Woche kommt mit dem VfB Stuttgart noch ein nicht ganz einfaches Stück Arbeit auf uns zu. Wollen wir mal hoffen, dass unsere Mannen aus dem Desaster in Hamburg gelernt haben. Vielleicht war dieser Schuss vor den Bug gleich zu Beginn der neuen Spielrunde auch gar nicht so verkehrt und die Stimmen, die unsere Borussia zu hoch jubelten, verstummen erstmal wieder und der Verein kann in Ruhe weiterarbeiten.

Wir werden es sehen.

Knapp bei Kasse?

[w+] Keine Angst, es gibt Mittel und Wege:

Bild 1

Drei Punkte zum Auftakt

[w+] Nach einer wenig erholsamen Nacht wachte ich mit etwas schwerem Schädel auf, dem wunderbaren billigen  Pennerbier Paderborner sei es gedankt, und musste, bevor der Fußball meinen Tag regieren konnte, noch kurz auf die Arbeit. Generell sind Samstageinsätze eher nicht so toll, aber wenn es nur zwei Stunden an einem Heimspielvormittag sind, ist das zu verkraften.

Aus diesem Grund musste ich zum Saisonstart der Profis auch gegen kurz nach 14 Uhr alleine den Weg zum Westfalenstadion antreten, welches ich dann circa eine Stunde vor Spielbeginn betrat. Als ich Block 12 betrat ließ ich erstmal meine Blicke kreisen, zum ersten Saisonspiel vermutet man ja immer irgendwelche Veränderungen, die ich aber diesmal nicht erkennen konnte. Dann ging mein Blick zum Gästeblock, der bereits ganz gut gefüllt war und sich auch schon einstimmte. Aber wirklich vom Hocker rissen mich die Domstädter heute nicht, denn wenn man sie auf der Süd vernehmen konnte, dann nur mit einem Lied. Aber gut, wir haben eigene Probleme in Dortmund, die wichtiger sind, als andere Szene in die Kritik zu nehmen. Und außerdem ist es immer schwierig andere zu beurteilen, wenn man selber immer in Action ist und eigentlich kaum Ruhe in den 90 Minuten hat. Was jetzt nicht heißen soll, dass die Süd einen Sahneauftritt hingelegt hat, aber teilweise hat es schon gestimmt, besonders in der Druckphase in der zweiten Halbzeit krachte es doch minutenlang recht ordentlich und der Ball wurde mehr oder minder ins Tor gesungen. Denn es war ein großes Stück Arbeit, den Keeper der Kölner zu überwinden. Im Endeffekt hätten ein paar Tore mehr herausspringen müssen, aber ich bin froh, dass direkt zum Start ein Sieg eingefahren werden konnte, da ist die Höhe auch egal. Spielerisch hat sich im Vergleich zur Vorsaison auch nicht viel verändert, was jetzt nicht negativ gemeint ist. Einziger Aufreger für mich war ein gewisser Herr Zidan, der mir einfach zu eigensinnig spielt. Ein geiler Schuss, den Montragon aus dem Winkel holte, ansonsten waren seine Aktionen zum Haare raufen.

Bevor ich es vergesse. Auf Anfrage der Wilden Horde gab es kurz vor dem Spiel eine gemeinsame Spruchbandaktion. Die Kölner zeigten Neue Farben, keine Tradition und wir Das gab es auch in Salzburg schon! Und dann beide Seiten Red Bull verpiss Dich! Der Fußball gehört uns! Die Aktion bezog sich auf das neue Projekt des österreichischen Brauseherstellers Red Bull, der sich vor ein paar Wochen nach etlichen Versuchen „endlich“ in Deutschland einkaufen konnte und bald mit RB Leipzig an die hiesige Fußballspitze will. Total toll, wenn bald Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen und Leipzig die vorderen Plätze der ersten Liga unter sich ausmachen. Und bevor jetzt wieder das Totschlagargument Neid aufkommt, ich will gar nicht Serienmeister mit dem BVB werden. Solche Momente sind einzigartig und dürfen nicht zur Gewohnheit werden. Von mir aus können der FC Bayern, der SV Werder und andere so oft Meister werden wie sie wollen. Aber die zuvor genannten Mannschaften sind einfach uninteressant.

Nun gut, nach dem Spiel sammelten sich wieder Teile der drei Dortmunder Ultrasgruppen, um gemeinsam die ausgesperrten Leute hinter der B1 in Empfang zu nehmen. Und genau wie sich dieser Spaziergang eingebürgert hat, haben sich auch die dusseligen Staatsdiener eingebürgert, die jedes Mal vor der Nord fragen, was denn los sei und was wir vorhaben. Sinnlos, sinnlos, sinnlos!

Nach kurzer Stärkung ging es dann in die Stube, wo der Abend im Kreise der Gruppe und mit Gästen aus allerlei Gefilden verbracht wurde. Die Saison ist somit nun offiziell eröffnet.

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