Nachdem letzte Woche Götz Widmann in der Premierenausgabe die Hauptrolle spielte, geht es heute um die wunderbare Band Montreal, die gestern Abend die Vorband von Sondaschule waren. The place to be war das FZW im Dortmunder Kreuzviertel – also absolutes Heimspiel für Euren Schreiberling.
Vor ein paar Wochen lungerte ich zuhause wie so manches Mal in meinem Leben vorm Rechner und wusste nicht viel mit mir anzufangen. Die Wohnung sah mal wieder aus wie Sau (zumindest aus der Sicht von meiner Freundin), mein Magen knurrte, doch ich war einfach zu faul gegen beide Missstände was zu unternehmen. Ich war auf der Suche nach was Neuem, was ich auch fand. Ich traf nämlich Herrn Kennsteja in diesem ICQ, der mir einen heißen Musiktipp über den Äther schickte. Und dieser Tipp spielte gestern halt im FZW.
Wir (die Tippgemeinschaft Innenstadt-West) trafen uns vorm FZW mit besagten Herrn Kennsteja nebst Begleitung und verlaberten, um mal das feine Fanzinedeutsch aus der Mottenkiste zu kramen, die Zeit bis zum Auftritt. Einlass war um 19 Uhr, Montreal ließ sich dann aber noch bis kurz nach halb neun Zeit, bis sie endlich loslegten. Es mussten schließlich noch T-Shirts und Co. unters Volk gebracht werden. Es ist eine absolute Schweinerei keine xxl-Devotionalien anzubieten. Es ist ja nicht so, dass ich etwas füllig im Bauchbereich wäre, aber für wohlproportionierte Kerle an die 2 Meter ist xl einfach zu eng.
Naja, drauf geschissen, es geht hier schließlich um Mukke und nicht um Textilien. Montreal legte los und das Publikum fing so langsam an aufzutauen. Gelang den Jungs auf der Bühne mit ihren humoristisch angehauchten Texten aber sehr gut, am Ende hatten sie die Meute fest im Griff.
„Solang die Fahne weht“, „Das Ende der Ballonfahrt“, „Schwarz auf Weiß“ und „Max Power“ sind nur ein paar Titel, die uns um die Ohren gehauen wurden. Vor besagtem „Max Power“, besser bei der Ansage zu diesem Lied, erlebte ich als alter Hase der Glorifizierung des Alkoholkonsums ein absolutes Novum. Jungs, haltet Euch fest, die Geschichte ist ein Hammer, auch wenn sie in einem traurigen Debakel für unsere geliebte Stadt endet.
Der Drummer der Band, ein gewisser Max Power, hat sich selbst zur Aufgabe gemacht, per Stagediving zur Theke zu gelangen (also getragen vom Publikum), sich dort drei Kurze zu bestellen und diese heile zurück auf die Bühne zu bugsieren, damit sich die drei Jungs von Montreal die Stimmbänder ölen konnten. Doch dazu kam es nicht, denn am Tresen vom FZW gab es an diesem Abend keinen Schnaps. Schämt Euch!
Nach etwas mehr als einer Stunde war der Auftritt leider vorbei und die Bühne musste für die Sondaschule frei gemacht werden, die ich mir dann nicht mehr angesehen habe. Ist nicht so meine Richtung.
Fazit: Montreal hat mich mehr als überzeugt, auch wenn das Gelaber zwischen den Liedern ab und an etwas nervte.
Zum Abschluss spielten die Jungs ein Lied für alle siamesischen Zwillinge:
„Duo mit zwei Fäusten“. Weltklasse!