[w+] Nach der schmerzlichen Derbyniederlage am 26.09.2009, hatte unsere Mannschaft am Samstagabend in Mönchengladbach die erste Möglichkeit, die Talfahrt seit dem Saisonauftaktsieg gegen den 1. FC Köln endlich zu stoppen. Denn nur ein Sieg nach sieben gespielten Runden ist definitiv zu wenig. Mir und vielen anderen ist bewusst, dass wir keine Spitzenmannschaft sind, die um den Titel mitspielt, aber gegen den Abstieg sollte sie im Normalfall auch nicht kämpfen müssen.
Der 03.10.2009 brachte die schöne Möglichkeit mit sich, gleich zwei Spiele unserer Borussia zu sehen. Die ganz hartgesottenen unter uns hatten sogar drei Spiele vor der Brust, da die A-Jugend um 11:00 Uhr in Dortmund-Brackel spielte. Da ich mir die Junioren in der Regel aber klemme, ging es für mich um 14 Uhr in der Roten Erde mit den Amateuren los, die mit dem SV Wehen-Wiesbaden ein völlig uninteressantes Retortenprodukt zu Gast hatten. Der SVWW wurde von ein paar Fans begleitet, die aber keiner weiteren Erwähnung bedürfen, denn sie sind nur durch Pogoeinlagen aufgefallen, die bei 15 Leuten eher peinlich wirkten – zumal nicht einmal richtig gepogt wurde, sondern vielmehr ein wenig durcheinander gehoppst. Aber egal. Die heimische Anhängerschar versammelte sich wie gewohnt im Block H, konnte aber leider nicht so richtig überzeugen. Da habe ich schon wesentlich bessere Auftritte in dieser Saison gesehen. Leider gab das Spiel auch nicht viel her, es war teilweise wirklich nicht schön. Aber der Einsatz stimmte, der auch mit der 1:0-Führung belohnt wurde. Und eigentlich sah es so aus, dass diese Führung reichen sollte, so dass ich mich mit dem fiesen Dicken vom Hauptbahnhof schon ein paar Minuten eher zum Ausgang begab. Leider zu früh, denn die Hessen schafften quasi mit dem Schlusspfiff noch den Ausgleich. Rotzverdammich!
Nach dem Spielende musste es dann schnell gehen. Nach ein, zwei Minuten der kurzen Verwirrung war dann auch allen klar, wo die Busse stehen, die uns zum Spiel der Profis kutschieren durften. Am Ende machten sich dann sechs Vehikel auf den Weg, die kurz vor dem Anpfiff im Konvoi den Borussia-Park auf der grünen Wiese weit außerhalb von Mönchengladbach erreichten. Schnell aus den Bussen raus, kurz gesammelt und dann rein ins Vergnügen. Die Kontrollen konnten wir schnell hinter uns bringen, mussten dann aber feststellen, dass der Stehplatzblock schon sehr voll war und es zum Chaos geführt hätte, wenn wir uns da noch mit knapp 300 Leuten rein gezwängt hätten. Also wurde kurzerhand umdisponiert und der Sitzplatzblock neben dem Steher geentert, was zu keinem Stress mit Ordnern und Polizei führte. Das wollen wir an dieser Stelle auch mal lobend erwähnen. Schnell positioniert und los geht’s. Aber was wir ab 18:30 Uhr zu sehen bekamen, war auch nicht viel augenfreundlicher als die vorherige Partie. Der Einsatz stimmte, das will ich der Mannschaft gar nicht absprechen, aber es hakt noch an vielen Ecken und Enden. Zum Glück präsentierte sich der heimische VfL noch weniger gut. Am Ende reichte das Tor von Lucas Barrios, der einen Ball von der Strafraumgrenze aus der Drehung sehr gekonnt einnetzte. Ich hoffe sehr, dass er sich nach und nach von den Anfangsschwierigkeiten, die ein Wechsel von Südamerika nach Europa mit sich bringt, lösen kann. Ich bin von seinen Fähigkeiten auf jeden Fall überzeugt. Und neben den beiden anderen Luftpumpen im Sturm, kann einer, der weiß wo das Tor steht, nicht schaden. Zu den beiden anderen äußere ich mich nicht mehr. Höchstens positiv, aber das kann ich mir heute sparen.
Auf den Rängen war im Gegensatz zum Geschehen auf dem Rasen schon mehr los. Die Gladbacher Nordtribüne gehört für mich, auch wenn das sicherlich nicht alle so sehen werden, zu den besseren Heimkurven in der Bundesliga. Allerdings kann ich die Trennung der Ultras im Oberrang, die sich mit vielen kleineren Gruppen nach der UMG-Auflösung unter dem Deckmantel „Block 1900“ dort oben sammeln, und dem Unterrang nicht verstehen. Ähnlich wie in Hamburg singen dort zwei Pulke größtenteils nebeneinander her und steigen nur selten mal in die Gesänge der andere ein. Würden alle an einem Strang ziehen, könnte man aus der Tribüne noch viel mehr rausholen. Jedes Mal aufs Neue gefallen mir aber die vielen Schwenker, was mittlerweile ein echtes Merkmal der Gladbacher ist.
Nun aber zu uns. Nach dem Derby und den damit zusammenhängenden Vorfällen, hat sich TU dazu entschlossen, vorerst nicht mehr erkennbar als Gruppe bei den Spielen der Borussia aufzutreten. Dies verursachte natürlich allerlei Spekulationen um die zukünftige Stimmung bei den Spielen. Ich hoffe, dass alle Skeptiker am Samstag sehen konnten, dass sich im Stadion selber gar nicht so viel ändern wird. Einziger Unterschied zum gewohnten Bild sind die fehlenden TU-Zaunfahnen und Schwenker. Am Gesang und der damit verbundenen Unterstützung der Mannschaft wird sich nichts ändern, und das sollte der wichtigste Punkt sein. Alle anderen Dinge sind Entscheidungen der Gruppe, die es zu respektieren gilt. Zu erwähnen bleibt noch ein Banner in Gedenken an Brice Taton, einem Anhänger des franösischen Vereins Toulouse FC, der zum Spiel seiner Mannschaft bei Partizan Belgrad reiste und dort von Einheimischen in den Tod getrieben wurde. Einzelheiten dazu findet Ihr hier.
Nach dem wichtigen Sieg ging es dann wieder relativ schnell zu den Bussen, die uns wieder in die Heimat bringen sollten. Nicht grade wenige hofften auf eine schnelle Abfahrt, stand doch abends im neuen FZW noch die Release-Party des neuen Albums von Too Strong auf dem Plan. Da es neben den weiter oben schon genannten sechs Bussen noch einen weiteren geben sollte, der noch weitere Leute nur abholen sollte, der aber nicht aufkreuzte, musste wieder einmal improvisiert werden. Die für den siebten Bus gemeldeten Leute wurden also kurzerhand auf die anderen sechs verteilt, so dass schlussendlich niemand in Gladbach stehen bleiben musste. Der verloren geglaubte Bus stand im Übrigen im Stadion direkt neben dem Mannschaftsbus vom VfL und durfte diesen Bereich erst wieder verlassen, wenn der Mannschaftsbus das Stadion verlässt. Dies sollte aber auch die einzige Panne am ganzen Tag sein, denn sonst klappte alles perfekt. An dieser Stelle möchte ich den Organisatoren meinen Dank aussprechen. Zuerst war ich etwas skeptisch, ob das alles ohne größeres Chaos klappen sollte, wurde dann aber eines besseren belehrt und bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe.
Nach Ankunft in Dortmund ging es dann schnellen Schrittes zum neuen FZW, wo bei unserer Ankunft bereits die
Stieber Twins mit Cora E. dem Publikum einheizten. Cora E. ist nicht ganz so mein Fall, aber die Stiebers endlich mal live sehen zu dürfen, war schon ziemlich gut. Die beiden haben es einfach drauf, auch wenn sie nur die bekannten alten Lieder gespielt haben. Haben die nach „Fenster zum Hof“ eigentlich noch großartig was anderes rausgebracht (außer die bekannten Kollabo-Sachen)? Und dann war es nach einer kurzen Pause soweit. Die Uhrzeit, wann Too Strong die Bühne betreten haben, weiß ich nicht mehr, aber es ging sofort richtig los. Nach dem Intro des neuen Albums, starteten der Lange a.k.a. Atom One und Pure Doze mit dem Titeltrack „Rap Music Is Live Music“ richtig durch. Die Masse vor der Bühne stieg sofort mit ein, und dass TS es verstehen, ordentlich Party zu machen, ist eh längst bekannt. Was mich wirklich begeisterte, waren die Live-Instrumente auf der Bühne. E-Gitarre und Schlagzeug verliehen dem Ganzen einen ganz besonderen Touch und machten aus alten Klassikern wie „Krank“ richtig geile neue Versionen. Das einzig nervige waren wie eigentlich auf jedem TS-Konzert die Kollegen, die zwischen den Liedern immer und immer wieder das Star-Wars-Sample von „Rabenschwarze Nacht“ gröhlten. Es sollte doch mittlerweile bekannt sein, dass das selbst die beiden auf der Bühne nervt, was sie auch die letzten Male offen zeigten. Und außerdem ist es doch klar, dass „Rabenschwarze Nacht“ eh immer als zum Schluss als Rausschmeißer gespielt wird.
Nach dem Konzert ging es dann auch sofort mit einem meiner Lieblingsnachbarn nach Hause. Auf dem Weg dorthin stellten wir fest, dass der Tag mit Amateuren, Profis und Konzert doch ganz schön geschlaucht hat. Wir haben beide zwar den ganzen Tag über nichts getrunken und auch im FZW nur drei Kaltgetränke unserer Wahl zu uns genommen, aber es ist wohl so, dass wir alt werden…
Im Nachgang bleibt festzuhalten, dass es ein sehr runder Tag war, der sicherlich nicht nur mir sehr viel Spaß gemacht hat. Auch wenn ich mich teilweise etwas fühlte wie ein Japaner auf Europarundreise – von einer Attraktion zur nächsten gehetzt. Einziger Wehrmutstropfen war der spät kassierte Ausgleich der Amateure.
[...] die uns nach Gladbach kutschieren sollten. Fünf oder sechs Busse (Ich habe 5 gezählt, andere Medien sprechen von 6) warteten auf uns und konnten nach einer kurzen Verwirrungsphase gen Gladbach [...]
[...] von dts98 [w+] Am Tag der deutschen Einheit bestand in dieser Saison die erste Möglichkeit, Amateure und Profis an einem Tag sehen zu können. Damals sprangen aus beiden Spielen gute vier Punkte in zwei eher mittelmäßigen Spielen raus. [...]