[w+] Bevor es heute Abend zum Pokalspiel nach Osnabrück geht, soll noch kurz auf das Spiel unserer Amateure gegen die des FC Bayern München am Samstag eingegangen werden.
Nach definitiv zu kurzem Schlaf ging es im Galopp zum Einkaufen, zum Glück hatte ich 75 Pferdestärken zur Unterstützung unterm Hintern, um dann etwas weniger pünktlich um kurz vor halb zwölf in der Stube meinen Dienst anzutreten. Die Zeit bis zum Abmarsch verlief sehr ruhig und um kurz nach eins ging es dann lockeren Schrittes zur Roten Erde. Positiv hervorheben möchte ich den Umstand, dass uns auf dem Weg nicht ein einziger Polizist begleitete, was ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist, wenn ein Trupp, etwa 50 Fußballschmockis umfassend, durch die Straßen zieht. Irgendwie sehr skurril, wenn man das extra erwähnen muss.
In der Roten Erde labte ich mich zuerst an der Würstchenbude, wo die Würstchen um einiges besser schmecken als nebenan im Westfalenstadion. Rote Erde und Bratwurst im Brötchen gehören einfach zusammen. Word! In der ersten Halbzeit pflanzte ich meinen Fettarsch in Block G und ergötzte mich mal wieder am unfassbar hohen Gesprächsniveau aller Anwesenden. Nebenbei blickte ich dann und wann aufs Spielfeld und hörte parallel dem benachbarten Block H zu, der am vergangenen Samstag recht gut aufgelegt war. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass das ein oder andere Lied künstlich am Leben gehalten wird. Ansonsten aber ein respektabler Auftritt.
Auf der Gegenseite tummelten sich auch circa 100 Anhänger des großen FC Bayern, wovon so 40 bis 50 dem Gesang nicht abgeneigt waren. Bei uns kam jetzt nicht sonderlich viel an, aber wer die Bayern-Amateure-Szene kennt, weiß, dass dort immer was los ist. Und wenn man bedenkt, dass die Profis minimal zeitversetzt ein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt hatten, ist die Leistung noch etwas höher einzuschätzen. Wenn ich Anhänger der Bayern wäre, würde ich auch das ein oder andere Heimspiel in der verkackten Arena sausen lassen und mit den Amateuren auf Reisen gehen.
In der zweiten Halbzeit gesellte ich mich dann zum DTS98-Expertenzirkel in die Kurve, wo das Gesprächsniveau teilweise noch etwas tiefer einzusiedeln war als auf der Tribüne. Auch keine schlechte Leistung. Dort lernte ich dann auch eine Weisheit fürs Leben kennen, denn es wurde ein mir bekannter aber bei dem Spiel nicht anwesender Fan zitiert, der sagt, dass die Brüste einer Frau so groß sein müssen, dass, wenn man seinen Kopf dazwischen steckt und dann hin und her wackelt, man aus den Ohren bluten muss. Erkenschwicker warfen mit Senfgläsern – ohne Worte!
Das Spiel ging leider verloren, um mal wieder zum eigentlichen Geschehen zurückzukehren. Unsere Amateure versuchten viel, schafften aber reichlich wenig. Die herausgespielten Chancen wurden zum Teil kläglich vergeben und vorm Tor wurde wie eigentlich fast immer viel zu umständlich gespielt. Das muss denen doch mal einer sagen. Die vom Ex-Teeniestar Mehmet Scholl trainierten kleinen Bayern waren ein bisschen abgezockter und netzten leider zweimal ein. Mit diesem Sieg schlichen sich die Bayern in der Tabelle an uns vorbei, wo wir nun mit dem vorletzten Tabellenplatz einen der Abstiegsränge belegen. Es wird eng.
Zu erwähnen ist noch eine gemeinsame Spruchbandaktion mit den Bayern. DFB & ZIS – zeitgleich ist Beschiss war zu lesen. Wir hatten in dieser Saison noch recht viel Glück mit den Terminierungen, doch ist jedes Spiel, welches aufgrund von Terminüberschreitungen verpasst wird, ein verlorenes Spiel. Nicht nur für uns, auch für den Gegner und den Fußball. Und sind wir mal ehrlich. Es wird viel über Zweitvertretungen gemeckert, aber man muss sich ja nur mal Bilder von so manchen Spielen anschauen. Wer bringt denn mehr Leute mit? Sandhausen, Heidenheim, Wuppertal, Burghausen & Co. oder die Amateurteams von Bayern oder Dortmund? Außerdem beteiligten wir uns noch mit dem Spruchband Kind vertreiben -> 50+1 muss bleiben an der bundesweiten Aktion zum Thema „50+1″, die sich gegen Martin Kinds Antrag richtet, der diese Regel gerne abschaffen würde, um Fremdinvestoren die Türen bei den Vereinen zu öffnen. Nicht nur aus unserer Sicht wäre das der endgültige Tod des deutschen Fußballs.
Samstag geht es für unsere Zweite nach Aue. Auch nicht grade ein leichter Brocken, wollen wir hoffen, dass irgendwie was Zählbares bei rausspringt!