[w+] Es ist Montag, das Wochenende liegt grade erst hinter uns und unsere glorreiche Borussia konnte vier Punkte einheimsen. Drei fielen dabei auf das Konto der Amateure, welche ich mir am Samstag aber ausnahmsweise mal nicht ansah, denn zum einen gierte mein Körper nach Ruhe und zum anderen finde ich Spiele der Amateure im Westfalenstadion total scheiße, um das mal diplomatisch auszudrücken. Da hocken dann 2.500 Zuschauer im 80.000er Stadion und so richtig Bock drauf hat niemand. Wenn aber eine ostdeutsche Mannschaft in Dortmund aufschlägt, bricht hier regelmäßig eine Sicherheitshysterie sondergleichen aus. Ob gegen Aue auch im großen Stadion gespielt wird? Wundern würde es mich nicht, ehrlich gesagt.
Nach rumgelümmeltem Samstag, einer gehörigen Mütze Schlaf und einem Top-Frühstück am Sonntag ging es auch frisch, fromm, fröhlich, frei bei schattigen Temperaturen am späten Vormittag zum Dortmunder Busbahnhof, von wo aus die beiden TU-Geschosse in die Hansestadt aufbrechen sollten. Mission des gestrigen Tages war, den Bremern die Serie ohne Niederlagen zu brechen oder zumindest einen Punkt von dem Fleck der Erde zu entführen, an dem die Weser einen Bogen macht.
Als wir in Bremen ankamen, wurden unsere Busse und die der anderen Fanclubs auf einem extra eingezäunten Terrain des Busparkplatzes gelotst. Als die Busse ihre Inhalte an die frische Luft pressten, konnten diese ein Polizeiaufgebot sondergleichen erblicken. Warum unsere Nicht-Freunde und Nicht-Helfer so groß antischen mussten, weiß wohl allein der Wind, selbst zu Pferd wurden wir von der 1312. Kavallerie sicher behütet zum Gästeeingang eskortiert. Völlig übertrieben, wenn Ihr mich fragt. Was haben die erwartet?
Nachdem ich mir noch flugs ein Fischbrötchen einverleibt habe, betrat ich dann die Baustelle Weserstadion und war gespannt, wie der Block, den ich bisher nur aus Netz und Fernsehen kannte, in echt ist. Die Sicht war ok bis richtig gut, zumindest wenn man nicht unterhalb der fünften Reihe stand oder weiter oben einen der beiden Kräne vor der Linse hatte. Nur leider war der Block so riesig, dass man die Unterstützung der Mannschaft nur sehr schwer koordinieren konnte, aber ich glaube, dass das Weserstadion nach Fertigstellung endlich ein richtig gutes Stadion wird. Ich bin gespannt drauf.
Gespannt war ich auch auf die Leistung unserer Mannschaft. Seit der Derbypleite sind wir in der Liga ungeschlagen und haben von diesen vier Spielen sogar drei gewonnen und in Leverkusen ein achtbares Unentschieden herausgeholt. Nun also Bremen und ich muss sagen, dass sich unsere Mannschaft gestern ganz gut verkauft hat. Klar gab es auch schwächere Teile in der Elf, auf die ich aber gar nicht groß eingehen will, denn alles in allem bin ich sehr zufrieden, wenngleich sogar ein Sieg drin gewesen wäre. Aber wir sollten realistisch bleiben und auf den vergangenen fünf Spielen aufbauen, in denen wir, ohne richtig guten Fußball gezeigt zu haben, immerhin elf Punkte mit nur zwei Gegentoren geholt haben. Find ich gut! In zwei Wochen kommt mit Mainz der bisher stärkste Aufsteiger ins Westfalenstadion, mal schauen ob wir unsere Serie ausbauen können.
Auf den Rängen war es gestern meiner Meinung nach recht mau, wobei beide Seiten immer mal wieder stärkere Phasen hatten. Außerdem muss ich sagen, dass ich durch die baulichen Begebenheiten die Bremer Ostkurve gestern erstmals über das gesamte Spiel wahrnehmen konnte, was im alten Gästeblock nicht der Fall war. Vom Hocker hat sie mich aber nicht gehauen, denn eigentlich konnte man sie nur mit zwei St. Pauli-Liedern und gelegentlichen Werder-Rufen hören. Bei uns war es wie schon weiter oben beschrieben – der Block war einfach zu riesig, um ihn mit nur einem Megaphon koordinieren zu können. Außerdem muss ich sagen, dass ich unsere Liedauswahl in den letzten Wochen sehr eintönig finde und mir das „Auf geht’s Dortmund, kämpfen und siegen…“ aus den Ohren raushängt. Das Lied ist gut, keine Frage, wurde aber meiner Meinung nach tot gesungen. Dieses Phänomen ist in der Vergangenheit ja nicht erst einmal mit neuen Liedern passiert. Anstatt das Repertoire vielfältig zu halten, werden neue Gassenhauer bis zum Erbrechen wiederholt und ältere Smashhits verschwinden der Reihe nach und werden nur alle Jubeljahre mal wieder gesungen. Ich will jetzt nicht sagen, dass unsere Stimmung mies ist, ich will nur sagen, dass das Wie und Was zu sehr in Vergessenheit geraten ist. Aber vielleicht ist das auch nur meine Meinung.
Nach dem Spiel holte sich unsere Mannschaft den verdienten Applaus ab und dann ging es für alle auch schon wieder in die Heimat. Wir sammelten uns im Block und gingen wieder in immenser grüner Begleitung zurück zu den Bussen. Die Rückfahrt gestaltete sich ganz witzig und dadurch kurzweilig. An dieser Stelle möchte ich unseren Dänen grüßen, der sich trotz Arbeit am nächsten Tag mal so richtig vom Erdball kleisterte und in gewohnter Manier sein Umfeld unterhielt!
Um viertel vor eins lag ich dann auch schon in der Pofe und träumte von einer langanhaltenden Serie ohne Niederlagen, die unsere Borussia in die oberen Gefilde der Tabelle preschen lässt.
[...] Fischbrötchen, Eßstäbchen und Tiramisu Da die Vorzeigeblogger vom DTS schon heute Mittag wie die Hafendirnen geackert haben, will auch Euer Lieblingsblog in Nichts [...]